Börse

Intro

„Börsen“ Finanzdenken

Auf dieser Seite findest Du viele wichtige Begriffe rund um das Finanzdenken in Bezug auf die Börse. Klicke einfach auf die folgenden Button und Du gelangst sofort zur passenden Textstelle. Ein solches Basiswissen hilft Dir weiter, die eigene Finanzsituation zu verbessern.

Überblick

Aktien?
Charttechnik/Fundamentalanalyse?
Crash?
Dividende?
ETF?
ETF-Auswahl?
Hausse/Baisse?
Ordergebühren?
REIT?
Spread?
Steuern?

Aktien

Finanzdenken Wertpapier

Was sind Aktien?

Aktien bzw. Wertpapiere sind verbriefte Anteile an einer Aktiengesellschaft (AG) – man erwirbt demnach ein Stück eines Unternehmens. Das eigene Geld wird also gezielt in einzelne Unternehmen investiert, um sich an diesem zu beteiligen. Anders formuliert sind Aktien demnach Unternehmensbeteiligungen.

AG gehen an die Börse, um sich neues Kapital zu beschaffen. Diese Unternehmen bieten an der Börse eine Anzahl X an Aktien zum Kauf an. Der Aktionär kauft diese Aktien gegen einen gewissen Kurswert und wird somit zum Miteigentümer. Hiermit gehen automatisch Rechte und Pflichten an den Aktionär über, denn dieser hat nun beispielsweise das Recht an den Hauptversammlungen teilzunehmen und ein Recht auf den Erhalt der Dividende, sofern das Unternehmen eine ausschüttet.

Charttechnik/

Fundamentalanalyse

Wie kann ich eine Aktie analysieren und bewerten?

Hier gibt es prinzipiell zwei Ansätze: Charttechnik und Fundamentalanalyse.

Technische Analyse (Charttechnik):

Die Chartanalyse wird auch als technische Analyse bezeichnet. Ziel dieser Technik ist es, mithilfe von Kursformationen, Unterstützungen, Wiederständen und dem Kursverlauf einen Chart zu analysieren. Hierbei wird der Kursverlauf in der Vergangenheit herangezogen, um Aussagen über den zukünftigen Kursverlauf machen zu können. Die Charttechnik ist relativ umstritten, da es keinen Nachweis für eine Relevanz dieser Technik gibt. Allerdings schwören viele Anleger auf die Charttechnik und daher finde ich es wichtig, einige Strategien und Merkmale dieser Technik zu kennen.

Trend

Das bekannteste Hilfsmittel ist bei diesem Ansatz der Trend. Es gibt einen Abwärtstrend, Seitwärtstrend oder Aufwärtstrend. Der Kursverlauf wird hierbei von einem Trendkanal eingeschlossen und mithilfe des Kanals kann gesagt werden, ob der jeweilige Trend noch intakt ist oder ob dieser durchbrochen wurde.

Unterstützung/Widerstand

Unterstützung bedeutet, dass der Kurs bei einer bestimmten Marke mehrmals nach unten hinten abgeprallt und daraufhin wieder gestiegen ist. Widerstand ist das Pendant zur Unterstützung. Bei der Widerstandsmarke oder auch Widerstandslinie stößt der Kurs von unten nach oben gegen diesen Widerstand und prallt nach unten hin ab. Sollte eine Unterstützung oder ein Widerstand durchbrochen werden, so könnte der Kurs theoretisch bis zur nächsten Unterstützung oder Widerstand fallen bzw. steigen. Zur Verdeutlichung folgende Grafik:

Finanzdenken Charttechnik

Fundamentalanalyse

Fundamentalanalyse bedeutet, dass die wichtigsten Kennzahlen des jeweiligen Unternehmens analysiert werden. Man sollte nie nur eine Kennzahl heranziehen, sondern mehrere Kennzahlen im Zusammenspiel betrachten. Die wichtigsten Kennzahlen sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), die Eigenkapitalrendite (ROE = ReturnOnEquity) und für Dividendenfreunde die Dividendenrendite (DivR).

KGV = Kurs / Gewinn je Aktie

Diese Kennzahl beschreibt das Verhältnis vom Aktienkurs zum Gewinn des Unternehmens. Umso niedriger das Ergebnis, desto günstiger ist die Aktie. Ganz grob kann man die Zahl 10 als fair bewertet ansehen, d.h. ist das KGV unter 10, so ist die Aktie günstig oder unterbewertet und ist das KGV größer als 10, so ist die Aktie teuer oder überbewertet. Gerechtfertigt oder nicht ist wiederum eine andere Frage. Eine BMW Aktie hatte 2019 ein KGV von 10 und eine Amazon ein KGV von 79. Der Kurs von Amazon eilt denen tatsächlichen Gewinnen also weit voraus und ist damit recht teuer bewertet. Die Marktteilnehmer trauen der Amazon Aktie also noch viel Potential in Zukunft zu. Allerdings hinkt dieser Vergleich etwas, da man beim KGV nur Unternehmen der gleichen Branche miteinander vergleichen sollte. Zur Verdeutlichung des Prinzips, reicht dieses Beispiel jedoch aus.

KBV = Kurs / Buchwert je Aktie

Diese Kennzahl beschreibt das bilanziere Eigenkapital. Ist das KBV beispielsweise 2, dann würde ein Käufer an der Börse 2€ für 1€ an Eigenkapital bezahlen. Hier dient die Zahl 1 als Richtwert für faire Bewertung. Ist das KBV also darunter, ist das Unternehmen aktuell unterbewertet und ist das KBV größer als 1, so ist das Unternehmen überbewertet. Warren Buffet wird oftmals mit dem KBV im Zusammenhang gebracht, denn er versucht immer unterbewertete Unternehmen zu finden und im Idealfall weniger als 1€ für den 1€ an Eigenkapital des Unternehmens zu zahlen. Auf diese Weise ist das Kurspotential nach oben viel größer.

ROE = Jahresüberschuss / (durchschnittliches) Eigenkapital x 100:

Die Eigenkapitalrendite gibt Auskunft darüber, wie effektiv das Unternehmen mit dem Eigenkapital, also dem nicht fremdfinanzierten Geld, umgeht. Auch Warren Buffet achtet auf diese Kennzahl und sie muss in seinen Augen höher sein als der des Branchendurchschnitts und größer als 15% sein.

DivR = Dividende / Kurs x 100:

Bei der Dividendenrendite (DivR) wird die aktuell gezahlte Dividende ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs gesetzt. Eine hohe DivR bedeutet also, dass man auch eine in Relation hohe Dividende erhält. Aber diese Kennzahl alleine ist tückisch, denn eine hohe Dividendenrendite kann auch bedeuten, dass es dem Unternehmen sehr schlecht geht. Wenn die Marktteilnehmer ein Unternehmen stark verkaufen (wie Daimler in 2019) steigt natürlich automatisch die Dividendenrendite an. Doch der Abverkauf und die damit einhergehende hohe Dividendenrendite war trügerisch, denn das Unternehmen hat(te) schwere Probleme und die Dividende konnte nicht weiter aus den Gewinnen gezahlt werden. Die Dividende wurde zweimal hintereinander drastisch gekürzt. Daher immer auf mehrere Kennzahlen gleichermaßen schauen.

Bei der Dividendenrendite ist ebenfalls die Ausschüttungsquote interessant, d.h. wie viel das Unternehmen von seinen Gewinn an die Aktionäre ausschüttet. Diese Quote ist wieder Branchen- und Unternehmensabhängig. REITs beispielsweise müssen fast ihren gesamten Gewinn ausschütten. Die Tabbakkonzerne schütten ebenfalls viel aus, denn sie benötigen selber kaum Gewinne für beispielsweise kostenintensive Entwicklungen und weiteres Wachstum. Bei vielen anderen Unternehmen ist eine hohe Ausschüttungsquote jedoch als kritisch anzusehen, denn dem Unternehmen fehlt es sodann selber an Gewinn, um es in Wachstum, Forschung und Entwicklung zu stecken.

Charttechnik/

Fundamentalanalyse

Das Spiel mit der Angst

Das Wort „Crash“ wird immer häufiger verwendet, umso länger eine Hausse dauert. Crash-Propheten erzeugen bewusst Angst, denn Angst ist ein Trigger. Angst erzeugt Aufmerksamkeit. Sobald eine Angst gestreut wird, ist diese im Unterbewusstsein verankert und macht sich dadurch auch bemerkbar.

Beispiele

Als Beispiel dient der Sturm „Sabine“, welcher am 08.-09.02.2020 alles verwüsten sollte. Ja, er hat Schaden angerichtet, aber nicht in dem Maße, wie es vorhergesagt wurde. Viele Tage im Vorfeld gab es in den Medien nur noch dieses Thema. Unterbewusst aufgenommen, wollte an diesen zwei Tagen niemand freiwillig das Haus verlassen, denn es könnte ja was passieren. Die Angst ist immer da, da sie täglich medial verbreitet wird.

Aber nicht nur die Medien nutzen die Angst, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Auch im Bereich des Marketings wird die Angst dazu genutzt, um unterbewusst Panik zu verbreiten. Das beste Beispiel ist die Aussage: Greifen Sie heute noch zu, denn das Angebot ist nur noch 5 Mal verfügbar. Unterbewusst wird suggeriert, dass dieses Angebot endlich ist und jetzt der Augenblick ist, um es zu kaufen, bevor es zu spät ist.

Aktionäre sollen Angst haben und emotional werden

Schauen wir auf die Börse, so wird auch hier mit der Angst der Aktionäre gespielt. Sogenannte Crash-Propheten beschwören immer lauter einen Crash bzw. eine tiefgreifende Rezession oder gar Depression herauf. Die Hausse dauert nun schon über 10 Jahre, dass kann nicht mehr lange gut gehen. Das Wirtschaftswachstum lässt nach. Brexit. Coronavirus. Kriegszustände im Iran/Iraq. Wahlen in USA. Klimawandel. Alles Wörter zum triggern. Klimawandel war schon vor 20 Jahren ein Thema, nur wird es aktuell durch den Greta-Effekt wieder sehr populär. Viren sind stetig im Umlauf, damals war es SARS oder Schweinepest und nun ein aktueller Coronavirus. Diese Crash-Propheten bedienen sich allerlei Angst erzeugender Themen und polarisieren hiermit. Sie schüren bewusst eine Angst und diese greift auch auf die Marktteilnehmer über. Die Marktteilnehmer fangen an zu zweifeln und verhalten sich hierdurch nicht mehr rational. Dabei sollte man an der Börse stets rational und nie emotional handeln. Manche verkaufen panikartig, aus Angst vor eventuell sinkenden Kursen. Viele Börsenanfänger wissen nicht, wie sie sich bei einer Rezession verhalten sollen, da sie noch nie eine miterlebt haben. Die Crash-Propheten reden immer davon, sich entsprechend abzusichern. Also beispielsweise mit Optionen auf die eigenen Aktien eine Versicherung zu erkaufen, falls die Kurse schlagartig fallen. Aber wie funktioniert das eigentlich? (Siehe hierzu meine Beitragsserie zum Optionshandel) Zudem wird gesagt, dass man raus aus Aktien und rein in Gold sollte. Ist das wirklich notwendig? Es entsteht Angst und Panik und plötzlich entstehen unterbewusst viele Fragen.

Angst lässt sich verkaufen

Zufälligerweise schreibt jeder dieser Crash-Propheten hierzu passend ein Buch. In diesem werden viele verschiedene Faktoren genannt, weshalb es in naher Zukunft zum Crash kommt. Und auch wie man sich in deren Augen am besten verhält. Als verängstigte Person kommt dieses Buch doch gerade richtig. Doch solche Crash-Szenarien werden jährlich von immer wieder unterschiedlichen Protagonisten heraufbeschworen und es ist logisch, dass diese auch irgendwann mal recht haben werden. Dabei ist es egal, ob sie die fünf Jahre zuvor falsch gelegen haben. Angst ist und bleibt ein Instrument, welches immer wieder bewusst eingesetzt wird, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Wie reagieren in einem Crash?

Sofern es wirklich zum Crash und einem Wirtschaftsabschwung kommt, muss man rational handeln. Unter dem Menüpunkt „Basiswissen“ habe ich viele grundlegende Informationen für Dich, mit denen Du die Börse besser einschätzen kannst. Zudem erhältst Du in meinem „Investitionsleitfaden“ eine Anleitung, wie Du Deine Finanzsituation verbessern kannst und definierst hierbei eine für Dich passende Strategie. Mit einer festen Strategie hält man einfach an dieser fest, egal ob die Kurse steigen oder sinken. Wie man sich in einem Bärenmarkt verhalten sollte, habe ich hier für dich beschrieben.

An dieser Stelle das Zitat von André Kostolany: Kaufen Sie Aktien und nehmen Sie Schlaftabletten. Nach einigen Jahren bemerken Sie: Sie sind reich.

Dividende

Finanzdenken Geld im Schlaf

Beteiligung am Unternehmensgewinn

Ein gesundes Unternehmen ist in der Regel profitabel und erwirtschaftet jährlich einen Gewinn. Auch nach Abzug aller Kosten, steht am Ende des Jahres also ein Gewinn in den Büchern. Als Aktionär dieses Unternehmens hat man ein Recht darauf, am Gewinn des Unternehmens beteiligt zu werden. Zusätzlich hat jeder Aktionär das Recht an der jährlichen Hauptversammlung des jeweiligen Unternehmens teilzunehmen, bei der unter anderem über die Verwendung des Gewinnes entschieden wird. Umso größer der Aktienanteil, umso mehr Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Der Vorstand schlägt hierbei die Höhe der Dividende vor, worüber dann mittels einfacher Mehrheit entschieden wird.  Manche Unternehmen schütten keine Dividende aus, weil sie den Gewinn benötigen, um weiter wachsen zu können, wie beispielsweise Amazon oder Facebook (Stand 2019). Andere Unternehmen wie beispielsweise Coca-Cola, Unilever oder McDonald´s hingegen schütten seit vielen Jahren eine Dividende aus. Diese Unternehmen sind bereits weltweit vertreten und benötigen nicht mehr so viel Kapital für weiteres Wachstum. Der Gewinn des Unternehmens wird also teilweise an die Aktionäre ausgeschüttet.

Hinweis zum Dividendenanspruch

Entscheidend für den Anspruch auf eine Dividendenzahlung ist, ob der Aktionär die Aktie bereits am Tag der Hauptversammlung (record date) in seinem Wertpapierdepot hatte. Am Tag nach der Hauptversammlung ist der sogenannte „Ex-Tag“. An diesem Tag wird die Dividende bei deutschen Unternehmen ausgezahlt und es erfolgt üblicherweise ein Abschlag in Höhe der Bruttodividende vom Börsenkurs. In angelsächsischen Ländern werden die Dividenden hingegen überwiegend quartalsweise ausgeschüttet. Also nicht wundern, wenn der Kurs am Ex-Day etwas niedriger steht.

Freistellungsauftrag

Sollte kein Freistellungsauftrag eingereicht worden sein oder ist dieser bereits ausgeschöpft, muss in Deutschland eine Kapitalertragssteuer bzw. Abgeltungssteuer gezahlt werden. Diese beträgt 25% und wird noch durch den Soli und der Kirchensteuer auf 26,375% angehoben. Näheres hierzu unter „Steuern„.

Viele Aktionäre fokussieren sich komplett auf Dividenden und nutzen die Dividendenstrategie, um sich ein Nebeneinkommen aufzubauen. Man verdient sein Geld quasi im Schlaf. Man muss nichts weiter tun und die Dividenden werden auf das eigene Konto überwiesen. Wenn Du sehen möchtest, wie ich die Dividendenstrategie umsetze, so kannst Du in meinem „Portfolio“ einsehen, welche Unternehmen mir eine Dividende zahlen und wie hoch diese ist.

ETF

Was verbirgt sich hinter einem ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund und ist eine maschinelle Abbildungen eines Index. Diese sogenannten Indexfonds werden nicht von einem Fondsmanagement geleitet, sondern werden maschinell erstellt und kopieren einen Index /Benchmark, wie beispielsweise den DAX, Dow Jones, Nikkei oder NASDAQ. Ein Index kann jedoch auch eine Zusammenstellung von Branchen, Ländern, Regionen oder Strategien.

Vorteil der Diversifikation

Stell dir bildlich einen großen Korb voller verschiedener Obstsorten vor. Anstatt nur auf die Gattung der Bananen, Mandarinen, Birnen oder Apple zu setzen, erhält der Aktionär Anteile des Obstkorbes und profitiert von allen verschiedenen Obstsorten. Es gehört im sozusagen ein kleines Stück jeder Obstgattung im Korb. Das Risiko, dass man ein schlechtes Obststück erwischt wird demnach auf viele aufgeteilt. Das Risiko wird gestreut, da der Obstkorb gut diversifiziert ist.

Ab 25€ im Monat besparbar

In Deutschland ist es bei den gängigsten Direktbanken möglich, sich mit einer Sparrate in Höhe von 25€ an so einem ETF zu beteiligen und in diesen zu investieren. Mit 25€ könnte man beispielsweise in einen DAX ETF investieren und wäre automatisch an 30 deutschen Unternehmen wie SAP, VW oder BASF beteiligt.

ETFs sind transparenter und rentabler als Fonds

Jeder ETF wird von einem Unternehmen aufgelegt. So gehören zu dem größten Anbieter Blackrock z.B. die ETF Produkte mit dem Namen iShares. Blackrock kauft für einen DAX ETF somit nur diejenigen 30 Aktien der Unternehmen, welche im DAX gelistet sind. Es müssen demnach keine hohen Gebühren für die Aktienauswahl des Managements wie bei einem aktiv gemanagten Fonds bezahlt werden. Dafür erhält man auch „nur“ die übliche Marktrendite. Statistisch gesehen schaffen es jedoch 85% der aktiv gemanagten Fonds nicht, den jeweiligen ETF zu schlagen. Es macht also aus Sicht der Transparenz, Kosten und Rendite mehr Sinn in einen ETF anstatt einen Fonds zu investieren.

Zudem sind ETFs deutlich kostengünstiger als Fonds

Ein Fonds wird aktiv von einem Fondsmanagement bezahlt. Dieses kauft und verkauft Aktien, von denen das Management denkt, diese werden gut laufen bzw. nicht mehr gut laufen. Ziel ist es natürlich mit der eigenen Fondszusammenstellung eine gute Rendite zu erwirtschaften. Ein ETF bildet einen Index lediglich ab. Daher hat ein ETF in der Regel laufende Kosten von um die 0,2% und ein Fonds hingegen von um die 1,5%-2,5%. Zudem gibt es einen sogenannten Ausgabeaufschlag. Dieser wird erhoben, um beispielsweise die Gebühren für Vertrieb und Verwaltung des Vertriebspartners (jeweilige Bank) zu decken. Bei ETFs liegt dieser meistens bei 1,5% oder ist kostenlos. Bei Fonds hingegen liegt dieser im Schnitt bei 2,5%. Fonds werden überwiegend von lokalen Hausbanken oder Vermittlern angeboten und vertrieben, sodass diese höhere Kosten für ihre Beratung haben. Werden die Produkte hingegen über einen Online-Broker angeboten, sinkt der Ausgabeaufschlag. Zusammenfassend wirken sich also laufende Kosten und der Ausgabeaufschlag negativ auf die Rendite aus.

ETF-Auswahl

Grundlegendes

Bei der Auswahl eines oder mehrerer ETFs entscheidet das persönliche Risikoprofil. Prinzipiell kann man sagen, dass ein ETF im Vergleich zu Einzelaktien mit vielen verschiedenen Positionen (hohe Anzahl, verschiedene Kontinente, Länder und Branchen) risikoärmer ist. Das Risiko wird aufgrund der hohen Anzahl an Positionen im ETF (Diversifikation) automatisch verringert.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Mithilfe von ETFs kann man sich an verschiedenen Volkswirtschaften oder gar der Weltwirtschaft beteiligen. Es gibt allerdings tausende verschiedene ETFs von mehreren Anbietern. Es gibt ETFs für Aktien, Rohstoffe, Immobilien oder Edelmetalle. Es gibt ETFs für verschiedene Regionen wie Afrika, Asien-Pazifik, Lateinamerika und den Golfstaaten. Es gibt ETFs für verschiedene Länder wie Deutschland, Schweiz, USA und China. Es gibt ETFs für verschiedene Branchen wie Automobil, Cyber Security, Infrastruktur oder Robotik. Und es gibt Smart Beta ETFs, welche verschiedene Anlagestrategien verfolgen wie Dividenden, Value, Momentum und Low Volatility. Je spezieller der ETF, desto teurer (TER) und risikoreicher wird in der Regel auch der ETF. Für die meisten Anleger bietet es sich jedoch an, ganz stumpf und langweilig die Weltwirtschaft abzubilden nach dem Motto: Keep It Simple. Dies ist auch meine Erfahrung. Wie das genau funktioniert, habe ich Dir unter dem Menüpunkt „Investieren“ beschrieben.

Um einen Überblick über die verschiedenen ETFs zu erhalten bieten sich die Internetseiten www.justetf.com oder www.extraetf.com an.

Aufbau eines ETFs

Wenn Du auf den von mir genannten Seiten nach passenden ETFs für Dich suchst, wirst Du bei den unterschiedlichen Produktnamen anfangs eventuell überfordert sein. Daher erkläre ich Dir kurz den Aufbau. Möchtest Du also zukünftig an der Weltwirtschaft teilhaben, so gibt es hierfür beispielsweise den ETF „Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Distributing“. Dort sind in etwa mit 85% die Industrieländer und mit 15% die Schwellenländer vertreten. Insgesamt sind in diesem ETF über 3.400 Positionen, also Unternehmen, enthalten.

Doch was bedeutet dieser Name nun im Detail? Im Prinzip besteht dieser aus 3 Teilen:

1. Fondsgesellschaft/Anbieter: Hinter „Vanguard“ steckt die Firma, die diesen ETF anbietet.

2. Indexname: „FTSE“ steht für FTSE International Limited und dieses Unternehmen ist ein britischer Finanzdienstleister, welcher sich auf die Bereitstellung verschiedener Indizes spezialisiert hat. „All-World“ ist der Name des abgebildeten Index.

3. Ergänzende Angaben: „UCITS“ steht für eine EU-Richtlinie und dient dem Anlegerschutz, denn es müssen beispielsweise gewisse Pflichtinformationen und Verkaufsprospekte vorliegen. „ETF“ steht für die Art der Finanzproduktes. „Distributing“ steht für Ausschüttend und beschreibt den Ertragsumgang. Das Pendant hieße Accumulating bzw. Thesaurierend und bedeutet wiederum reinvestierend, sodass es keine Ausschüttungen gibt und diese automatisch wieder reinvestiert werden (Stichwort Zinseszins).

Wichtige Kennzahlen eines ETFs:

  • Ertragsumgang:. Werden Dividenden ausgeschüttet oder reinvestiert (thesauriert)? Ausschüttung = passiver Cashflow ; Thesaurierung = Zinseszinseffekt.
  • Fondsvolumen: Dieses sollte über 500 Millionen sein. Ist es zu klein, wird der ETF geschlossen und die Anteile automatisch wieder verkauft.
  • TER: Die Total Espenes Ratio sollte möglichst niedrig sein. Dies sind die jährlichen laufenden Kosten des ETFs. Es gibt bereits ETFs mit 0,07% Gebühren. Gängig sind ca. 0,2%. Umso exotischer der ETF, desto teurer sind in der Regel die laufenden Kosten.
  • Replikationsmethode: Diese sollte physisch sein, denn somit ist gewährleistet, dass die Aktien wirklich gekauft werden. Synthetisch bedeutet beispielsweise das im Hintergrund Tauschgeschäfte stattfinden.

Hausse/Baisse

Finanzdenken BulleBär

Bulle und Stier?

Hausse oder Baisse werden als Fachbegriffe genutzt, wenn es an der Börse um steigende bzw. fallende Märkte geht. In diesem Zusammenhang hört man auch öfter von einem Bullen- oder Bärenmarkt. Der Bulle und der Bär werden metaphorisch für steigende bzw. fallende Kurse benutzt. Ist also jemand bullisch eingestellt, so setzt er auf steigende Kurse, denn der Bulle treibt die Kurse mit seinen Hörnern nach oben. Ist die Rede von einem Bärenmarkt, so wird der fallende Markt beschrieben, denn der Bär hält die Kurse mit seinen schweren Pfoten unten.

Wirtschaftszyklen

Die Wirtschaft verläuft grundsätzlich immer in Zyklen. Jeder Aufschwung hatte bisher immer einen Abschwung zur Folge und darauf folgte wieder ein Aufschwung. Die Tendenz war bisher letztlich jedoch immer positiv. Diese Zyklen sind auch wichtig, um beispielsweise Finanzblasen wieder zu regulieren und auf eine gesunde Normalität zurückzuführen. So war es auch 2008 in der Finanzkrise der Fall, als sich über mehrere Jahre eine Immobilienblase in USA gebildet hatte. No rain, no flowers. Daher wird immer geraten einen langen Anlagezeitraum zu wählen, um nicht – aus welchen Gründen auch immer – in einer Baisse oder dem Bärenmarkt verkaufen zu müssen, sondern auf die nächste Hausse und Bullenmarkt zu warten.

Finanzdenken Wirtschaftszyklus

Ordergebühren

Geld für den Broker

Die Ordergebühren werden auch als Transaktionskosten bezeichnet und sind jene Kosten, welche der Broker für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren erhebt. Daher lohnt sich ein Blick auf die Kostenstruktur des jeweiligen Brokers, bevor man dort sein Depot eröffnet. Die Gebührenstruktur ist von Broker zu Broker unterschiedlich und kann in der Höhe stark variieren. Die gängigsten Online-Broker erheben jedoch keine Depotkosten, worauf ebenfalls geachtet werden sollte.

Beispiel comdirect

Die Comdirect beispielsweise erhebt bei Sparplänen für Aktien und ETFs pauschal 1,5% Ordergebühren auf die jeweilige Sparrate. Manche ETFs sind hierbei Aktions-ETFs und sind kostenlos zu besparen. Beträgt Deine Sparrate beispielsweise monatlich 100€, so gehen monatlich 1,50€ an die Bank für ihre Dienstleistung. Die Mindestinvestitionssumme beträgt 25€ pro Sparplanausführung.

Der reguläre Kauf/Verkauf einer oder mehrerer Aktien kostet 4,90€ Grundentgelt + 0,25% vom Ordervolumen; mindestens 9,90€ und maximal 59,90€. Werden beispielsweise Wertpapiere im Wert von 1.000€ gekauft, erhebt der Broker somit 9,90€, denn 4,90 + (0,25% von 1.000€) ergeben 7,40€ und damit greift die Mindestpauschale von 9,90€.

Als Faustformel gilt, dass die Ordergebühren nicht mehr als 1% der Order ausmachen sollten. Diese 9,90€ sind bei einer Order von über 1.000€ exakt 0,99% und wären somit okay. Anderes Beispiel: Die Order über 100€ wird ausgeführt und kostet 9,90€ Mindestpauschale an Ordergebühren. Die hierdurch einzufahrende Rendite muss demnach schonmal 10% betragen, um allein die Ordergebühren zu decken.

Beispiel ING

Schauen wir auf die Konditionen der ING, so kostet die Ausführung eines Sparplanes bereits 1,75% Ordergebühren der jeweiligen Sparrate. Zudem beträgt die Mindestinvestitionssumme 50€ und keine 25€ mehr. Beim regulären Kauf/Verkauf von Aktien fallen ebenfalls 4,90€ Grundentgelt + 0,25% vom Ordervolumen an, allerdings gibt es keine Mindestpauschale, sondern lediglich eine Maximalpauschale von 69,90€. Einzelne Transaktionen mit geringerer Investitionssumme sind demnach bei der ING etwas günstiger als bei der comdirect. Sparpläne sind hingegen bei der comdirect günstiger. Die Kostenstruktur ist hierbei jedoch nur ein Kriterium einer DirektbankWenn die Bedienung der Internetseite eine Katastrophe ist, hat man keine Lust, sich mit seinen dortigen Finanzen zu beschäftigen. Bei welchen Banken ich persönlich bin und welche ich empfehlen kann, habe ich Dir unter Empfehlungen geschildert.

Obacht bei Namensaktien

Bei Einmalkäufen und Aktiensparplänen können bei deutschen Namensaktien Umschreibe-Entgelte anfallen. Hierbei wird der Name des Aktionärs in das Aktienbuch der jeweiligen AG eingetragen und das muss bezahlt werden. Bei comdirect wird hierfür eine Pauschale von 0,95€ erhoben, welche sodann bei jeder Sparplanausführung fällig wird. Also lohnt es sich hierbei auf mögliche Vorzugsaktien (z.B. Sixt Vz) auszuweichen, auf deutsche Unternehmen im Sparplan ganz zu verzichten oder Geld anzusparen und Einmalkäufe zu tätigen, sodass die Ordergebühren nicht so stark ins Gewicht fallen.

Fazit

Der Broker muss zur jeweiligen Strategie passen und der gesamte Eindruck muss stimmen. Zudem spielen Aspekte wie die Benutzeroberfläche, die angebotenen Funktionen, der Service und viele weitere Kriterien hierbei eine Rolle. Für ein gutes Gesamtpaket, bei dem die Preis/Leistung stimmt, kann man in meinen Augen auch ein wenig mehr Ordergebühren zahlen.

REIT

Finanzdenken REITs

Was verbirgt sich hinter einem REIT?

Ein REIT (real estate investment trust) ist ein börsennotiertes Unternehmen, welches in den Bereichen der Erschließung, Verwaltung und Bewirtschaftung von Grundstücken, Immobilien und Hypotheken agiert. Vielen einkommensorientierten Investoren sind REITs ein Begriff, denn diese haben eine sehr hohe Ausschüttungsquote ihres Gewinnes in Form von Dividenden.

Lohnenswert für einkommensorientierte Anleger

Dies liegt an der Gesetzgebung zu REITs, denn diese sind verpflichtet gewisse Mindestausschüttungsquoten und Auszahlungsintervalle einzuhalten. So sind REITs in vielen Ländern dazu verpflichtet, mindestens 90% Ihres Gewinnes auszuschütten. Hierfür erhalten die REITs wiederum einige Vorteile, welche sich unter anderem in der Besteuerung bemerkbar machen. So können die Ausschüttungen in der Regel als Betriebsausgaben verbucht werden und es fällt keine Körperschaftssteuer auf Unternehmensebene an.

Arten von REITs

Innerhalb der REITs gibt es drei Unterscheidungen. Es gibt Equity-REITs, welche direkt in Immobilien bzw. Sachwerte investieren. Dann gibt es noch Mortage-REITs, welche in Immobilienkredite bzw. Geldwerte investieren. Zuletzt existieren die Hybrid-REITs, welche in beides investieren. Meiner Meinung nach, sollte man lediglich in Equity-REITs investieren, wo ein realer Wert vorhanden ist. Als negativ Beispiel für Mortage-REITs sei hier die Finanzkrise 2008 genannt, wo zahlreiche Immobilienkredite ausgefallen sind. Hierfür lohnt sich ein Blick auf die Internetseite bzw. in das aktuelle Portfolio des REITs.

Mit REITs an hunderten von Immobilien beteiligt sein

Wer also den Bereich der Immobilien gerne in seinem Portfolio abdecken möchte, der kann dies mit REITs sehr gut tun. Wenn man es mal anders betrachtet, dann benötigt man gar keine Eigentumswohnungen oder Häuser als Kapitalanlage, sondern erhält durch REITs ebenfalls Einnahmen vieler Mietzahler in Form von Dividenden des jeweiligen REITs. Oftmals sind REITs in den USA beheimatet, investieren aber stellenweise auch in Europa. So besitzt beispielsweise der REIT W.P. Carey einige Metro und Hellweg Filialen in Deutschland, was das Unternehmen und seine Geschäfte wiederum greifbarer macht. Wem einzelne REITs zu wenig diversifiziert sind, der kann mittlerweile auch auf ETFs hierfür ausweichen, in welchen REITs enthalten sind. Quasi ein Immobilien-ETF.

REITs sind neben den erhöhten Dividendenzahlungen auch wegen den Auszahlungsintervallen interessant. So gibt es beispielsweise das Unternehmen Realty Income oder LTC Properties. Diese zahlen monatlich eine Dividende und eignen sich daher super für ein passives Einkommen. Da ich selber in W.P. Carey, LTC Properties und Realty Income investiert bin, kannst Du unter meinem Portfolio weitere Infos zu diesem Unternehmen bekommen.

REIT

Was ist ein Spread?

Der Spread bezeichnet vereinfacht gesagt die Spanne zwischen Angebot und Nachfrage für einen Basiswert (z.B. Aktie).

Der Spread heißt eigentlich Bid-Ask-Spread (Geld-Brief-Spanne) und kennzeichnet die Differenz zwischen dem tieferen Geldkurs (Bid) und dem darüber liegenden Briefkurs (Ask). In diesem Zusammenhang ist der Geldkurs derjenige Preis, zu welchem die Anleger bereit sind, für einen Basiswert maximal zu zahlen. Der Briefkurs hingegen ist der Preis, welchen die Anleger mindestens haben wollen und bereit sind zu verkaufen. Durch diesen Effekt ergibt sich eine Differenz aus Angebot und Nachfrage. Die Käufer wollen logischerweise möglichst wenig zahlen und die Verkäufer viel erhalten. Beispiel: Würde der Anleger X eine Aktie kaufen und unverzüglich wieder verkaufen, so hätte er einen Verlust in Höhe des Spreads.

Wie entsteht ein Spread?

er Spread ist also ein Kennzeichen für die Liquidität eines Marktes. Beispiel: Ein börsennotiertes deutsches Unternehmen XY, welches nicht in den drei großen deutschen Indizes (Dax, MDax oder SDax) gelistet ist, wird automatisch weniger angeboten oder nachgefragt. Dieser Markt für das Wertpapier des Unternehmens XY ist also nicht wirklich liquide bzw. illiquide. Das hat im Umkehrschluss die Folge, dass wenige Angebot und wenige Nachfragen existieren und daher auch größere Spreads entstehen. Eine SAP, Allianz oder VW werden hingegen täglich von vielen tausenden Menschen nachgefragt und angeboten, sodass sich der Geldkurs und der Briefkurs viel besser angleichen können. Hier entstehen also nur sehr kleine Spreads.

Börsenöffnungszeiten beachten

In diesem Zusammenhang sind auch noch die Börsenöffnungszeiten zu erwähnen. Umso mehr Börsen/Handelsplätze zeitgleich geöffnet haben, desto mehr Menschen können am Handel teilnehmen bzw. Wertpapiere gehandelt werden.

Deutsche Börsen haben in der Regel von 08:00 – 20:00 Uhr geöffnet.

Die US-amerikanischen Börsen haben in der Regel von 15:30 – 22:00 Uhr geöffnet (aus deutscher Sicht).

Die Shanghai Stock Exchange hat von 02:30 – 08:00 Uhr geöffnet (aus deutscher Sicht).

Geringere Spreads wenn die Amis mitspielen

Möchte man Wertpapiere kaufen oder verkaufen, bietet es sich aus deutscher Sicht also häufig an, bis 15:30 Uhr zu warten. Der US-Markt ist sehr dominierend und sobald dieser öffnet, ändern sich regelmäßig die Kurse und der Markt wird liquider.

REIT

25% Abgeltungssteuer in Deutschland

Kapitalerträge wie Dividenden werden in Deutschland mit 25% Kapitalertragssteuer/Abgeltungssteuer versteuert. Hinzu kommt noch die Solidaritätssteuer und ggf. Kirchensteuer, sodass für den Normalbürger ein Steuersatz von 26,375% vorliegt. Im Vergleich zur Steuerklasse 1 mit einem groben Steuersatz von 35% (Brutto zu Netto) ein recht guter Schnitt.

Freistellungsauftrag nicht vergessen

Der sogenannte Freistellungsauftrag erlaubt es jedem Deutschen einen Freibetrag von jährlich 801€ auszuschöpfen. Die Kapitalertragssteuer muss demnach erst auf Erträge ab 802€ bezahlt werden, sofern der Freistellungsauftrag bei der jeweiligen Bank erteilt wurde.

Quellensteuer im Ausland

Wichtig ist an dieser Stelle, dass jedes Land eigene Steuerregeln hat. Amerika hat beispielsweise eine Quellensteuer von 30%. Theoretisch müsste der deutsche Aktionär mit einem Depot in Deutschland nun Steuern in Amerika und nochmals in Deutschland zahlen. Amerika und Deutschland haben allerdings ein Doppelbesteuerungsabkommen. Deutschland will mit seinem Steuerrecht sowohl die doppelte Besteuerung wie die doppelte Nichtbesteuerung von Personen und Unternehmen vermeiden. Jeder hat seinen fairen Anteil an Steuern zu zahlen – und zwar dort, wo er ansässig ist oder wo er seine wirtschaftliche Aktivität ausübt.

Am Beispiel USA müsste der Aktionär nun 30% Quellensteuer zahlen, sodass nur noch 70% übrig bleiben. Das Abkommen mit USA sieht jedoch vor, dass Aktionäre nur maximal um 15% bezahlen müssen. Ist der Freistellungsauftrag noch nicht ausgeschöpft, werden trotzdem diese 15% durch die USA abgezogen. Ist der Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft, kommen noch 10% Kapitalertragssteuer zu den 15% hinzu, um auf eine Gesamtbesteuerung von 25% plus Soli und ggf. Kirchensteuer zu kommen. Deutschland hat mit manchen Ländern andere Abkommen und mit manchen Länder existieren gar keine Abkommen. Frankreich zum Beispiel ist steuerlich sehr ungünstig für deutsche Anleger und Großbritannien beispielsweise vorteilhaft, denn dort fallen auf britischer Seite keine Steuern an.