Persönliche Bilanz

Selbst-

verantwortung

Am Anfang kommt die Erkenntnis, dann der Fortschritt

Jeder sollte einen Überblick über seine Finanzsituation haben. Erst darauf aufbauend können finanzielle Ziele für die Zukunft gesetzt werden. Ein wichtiges Ziel ist die private Altersvorsorge! Denn es wird in Deutschland immer deutlicher, dass man privat vorsorgen muss, um im Alter finanziell abgesichert zu sein. Stichwort Altersarmut. Ebenfalls sorgen ein zu geringes Vermögen, sinkendes Rentenniveau und Niedrigzinsen in Kombination mit der Inflation ebenfalls für große finanzielle Einschnitte in der Zukunft.

Überblick über die eigene Finanzsituation

Nachdem diese Erkenntnis gewonnen wurde, gilt es, sich einen Überblick über die eigene Finanzsituation zu verschaffen. Wie hoch sind meine Einnahmen und meine Ausgaben? Sparen und letztlich Investieren ist nur möglich, wenn die eigenen Einnahmen die Ausgaben übersteigen. Du wirst kein Kapital aufbauen können, wenn Deine Ausgaben größer als Deine Einnahmen sind. Um Dir hierüber einen Überblick zu verschaffen, schreibst Du Dir in einer Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) Deine Einnahmen und Ausgaben sowie deren monatlichen Beträge auf. Das bedeutet, dass alle monatlich wiederkehrenden sowie fixen Einnahmen und Ausgaben notiert werden sollen. Als Beispiel dienen Dir folgende Grafiken:

Finanzdenken GuV
Finanzdenken GuV2

Versicherungen aktualisieren

Mithilfe Deiner persönlichen Bilanz bzw. GuV musst Du Dich zwangsläufig auch noch mal mit Deinen Versicherungen beschäftigen und kannst diese auf Aktualität, Notwendigkeit und auch vorhandene Versicherungslücken überprüfen. Auf der einen Seite können solche Schadensfälle zum finanziellen Ruin führen und auf der anderen Seite bleibt kein Geld mehr zum Sparen übrig, wenn man überversichert ist.

Fixkosten

Was bleibt am Monatsende übrig?

Wenn Du Dir mithilfe dieser Methode einen Überblick über Deine persönliche Finanzsituation verschaffen hast, ist nun entscheidend, was hierbei unterm Strich herauskommt. Deine Einnahmen werden schließlich immer um Deine Ausgaben gemindert.

Einnahmen – Ausgaben = verfügbarer Geldbetrag

Wichtig ist hierbei die Erkenntnis, dass es sich bei den monatlich wiederkehrenden Ausgaben um sogenannte Fixkosten handelt. Also jene Kosten, die jeden Monat fix in gleicher Höhe anfallen. In unserem Beispiel liegen diese bei 1.500, sodass 500 übrig bleiben. Unsere Ausgaben bestehen allerdings aus Fixkosten & Variable Kosten.

Variable Kosten

Ausgaben = Fixkosten + Variable Kosten

Somit müssen wir im nächsten Schritt noch unsere variablen Kosten erfassen, um ein realistisches Bild unserer Finanzsituation zu erhalten. Variable Kosten können die Benzinkosten, der Kinoabend, der Starbucks Kaffee, das gelieferte Essen, die neuen Schuhe oder auch der Kurztrip nach Berlin sein. Zur Veranschaulichung erneut zwei Grafiken:

Finanzdenken GuV3
Finanzdenken GuV4

Geld beiseite legen und sparen

Wie Du anhand der Grafik erkennen kannst, bleiben nach Abzug aller tatsächlichen Kosten keine Geldeinheiten mehr übrig. Das bedeutet, dass kein Geld zur Seite gelegt und gespart werden kann. Wie hoch die Sparquote sein sollte und mit welchen Tricks man automatisiert mehr sparen kann, erfährst Du im nächsten Kapitel zur „Finanzplanung„.

Verbesserungs-

potential?

Mit dem Ergebnis nicht zufrieden?

Die Beispielgrafik zeigt, dass die variablen Kosten den gesamten restlichen Geldbetrag verzehren, sodass am Monatsende kein Geld mehr übrig bleibt. Diese Ausgangssituation ist ganz solide, denn wir geben nicht mehr Geld aus, als uns zur Verfügung steht. Das klingt ein wenig banal, aber laut Statista konnte jeder zehnte Erwachsene in Deutschland im Jahr 2019 seine Rechnungen nicht dauerhaft bezahlen (Überschuldungsquote: 10%). Darauf kann man also aufbauen.

Einnahmen erhöhen oder Ausgaben senken

Aufgrund des Zusammenspiels zwischen Einnahmen und Ausgaben, gibt es zwei Möglichkeiten, Deine Finanzsituation zu verbessern. Entweder versuchst Du, mehr Einkommen zu generieren oder weniger Ausgaben zu verursachen. Viele erhalten in der Regel nur ein einziges Einkommen aus ihrem aktiven Beschäftigungsverhältnis, sodass es an dieser Stelle schwieriger werden kann. Einfacher wird es auf der Ausgabenseite.

Variable Kosten als Lückenfüller

Bei den Ausgaben ist es am einfachsten, bei den variablen Kosten anzufangen. Mal auf einen Kaffee bei Starbucks verzichten oder Essen von zu Hause mitzunehmen ist kostengünstiger und in der Regel auch gesünder. Denn oftmals richten sich die variablen Kosten nach der Höhe des verfügbaren Geldbetrages, welcher nach Abzug der Fixkosten übrig bleibt. Das bedeutet, dass wenn alle Fixkosten am Monatsanfang abgezogen werden, der restliche verfügbare Betrag auf dem Konto auch ausgegeben wird. Daher ist es im ersten Schritt am einfachsten, die variablen Kosten zu senken.

Fixkosten wirklich fix?

Anschließend sollten die Fixkosten geprüft werden, ob diese wirklich notwendig sind. Größter Kostenfaktor ist unter anderem der Bereich „Wohnen“. Für Wohnen, Energie und Instandhaltung sollte im Idealfall nicht über ein Drittel des Nettoeinkommens ausgegeben werden. Laut Statistischem Bundesamt liegen diese Kosten jedoch bei ca. 34% in Deutschland. Es folgen die Kostenfaktoren „Mobilität/Verkehr“ und „Nahrungsmittel“mit jeweils ca. 15%. Schon sind bereits 2/3 des Nettoeinkommens verplant. Bei diesen drei Kategorien kann demnach am meisten eingespart werden, solltest Du mit Deinem Lebensstil stark aus der Norm fallen. Anschließend sollten wie zuvor bereits erwähnt, Deine Versicherungen überprüft werden. Anschließend kommen Abonnements wie Fitnessstudio, Netflix, Amazon Prime, Disney +, Zeitschriften und so weiter dran.

Zusammenfassung

Alles noch mal kurz zusammengefasst

Im ersten Schritt stehen sich Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Unter den Ausgaben werden hierbei alle monatlich wiederkehrenden Fixkosten erfasst. Anschließend gehen von diesem Betrag noch die variablen Kosten ab. Im Idealfall bleibt am Monatsende ein gewisser Geldbetrag übrig, welcher gespart werden kann. Ist dies nicht der Fall, sollte das Einkommen erhöht und/oder die Ausgaben gesenkt werden. Denn Sparen ist die Grundvoraussetzung, um Kapitalaufbau betreiben zu können. Wie das funktioniert, erfährst Du im nächsten Kapitel: Finanzplanung