Allgemeines

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„Allgemeines“ Finanzdenken

Auf dieser Seite findest Du viele wichtige Begriffe rund um das Finanzdenken. Klicke einfach auf die folgenden Button und Du gelangst sofort zur passenden Textstelle. Ein solches Basiswissen hilft Dir weiter, die eigene Finanzsituation zu verbessern.

Überblick

Altersarmut?
Betriebliche Altersvorsorge?
Bilanz?
Cashflow?
Direktbank?
Freistellungsauftrag?
Inflation?
P2P?
Rentensystem?
Riester?
Tages- und Festgeldkonten?
Vermögenswert/Verbindlichkeit?
Vermögenswirksame Leistungen?
Zinseszins?

Altersarmut

Finanzdenken Altersarmut

Viele verlassen sich einzig und allein auf den Staat

Eichhörnchen sammeln Essen für den Winter. Sie blicken in die Zukunft und sorgen privat vor. Sie kümmern sich eigenständig.

Die Menschen zahlen zwangsweise in die Rentenversicherungen ein und hoffen, dass dieses Geld für ihren Winter (Rentenzeit) ausreicht, doch das Thema Altersarmut ist aktueller denn je. Wieso sorgen die Menschen nicht privat vor, sondern verlassen sich alle auf den Staat?

900€ im Monat zum leben?

Die Deutsche Rentenversicherung gibt in ihren aktuellen Statistiken an, dass der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei mindestens 35 Versicherungsjahren für das Jahr 2018 bei etwa 1.200€ monatlich lag. Doch nicht jeder zahlt die 35 Jahre lang in die Rentenversicherung ein (Elternauszeit, Krankheit, Arbeitslos etc.), sodass der realistische durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei ungefähr 900€ liegt. Es gibt in diesem Zusammenhang viele verschiedene Quellen und Statistiken mit unterschiedlichen Zahlen, jedoch beschreiben alle das gleiche Problem: im Alter fehlt es an Geld!

Das Umlageverfahren kommt an seine Grenzen

Das Deutsche Rentensystem funktioniert nach einem Umlageverfahren, sodass die Abgaben der Erwerbstätigen an den Staat, sofort in Rentenzahlungen umgewandelt und an alle Rentenbezieher ausgezahlt werden. Die arbeitende Bevölkerung zahlt den Rentenbeziehern somit ihre Rente. Anhand der Internetseite www.demografie-portal.de, welche vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung verwaltet wird, ist die dramatische Entwicklung hier einfach erklärt. Im Jahr 1962 mussten sechs Beitragszahler für die Altersrente einer Person aufkommen. Im Jahr 2015 sind es nur noch 2,1 Personen, welche für die Altersrente einer Person aufkommen müssen. Dieser Effekt wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärken, sodass die Zahl der Rentenbezieher deutlich zunimmt und die Anzahl der Erwerbstätigen hingegen abnimmt. Es wird also immer wichtiger, sich ein Finanzdenken anzueignen und privat vorzusorgen.

Betriebliche

Altersvorsorge

Arbeitnehmer erhält vom Arbeitgeber finanzielle Leistungen

Die betriebliche Altersvorsorge ist für viele Deutsche ein böhmisches Dorf. Hierunter werden finanzielle Leistungen verstanden, welche der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer aufgrund des eingegangenen Arbeitsverhältnisses einräumt. Diese Leistungen sind für die private Altersversorgung gedacht. Der Arbeitgeber beteiligt sich ebenfalls mit Beiträgen in die betriebliche Altersvorsorge seiner Angestellten. Konkret werden hierbei Teile des Arbeitseinkommens umgewandelt und für die betriebliche Altersversorgung verwendet. Der Arbeitnehmer erhält hierdurch zwar weniger Nettolohn ausgezahlt, erhält hierdurch jedoch Steuer- und Sozialversicherungsvorteile. Während der Zeit des Arbeitsverhältnisses kann der Arbeitnehmer nämlich einen Steuerstundungseffekt ausnutzen, d.h. die die späteren Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge sind nachgelagert steuerpflichtig und werden erst bei Auszahlung versteuert. Bis zu diesem Zeitpunkt kann sich also der Zinseszins voll entfalten.

Zu schön um wahr zu sein?

Etwas komplizierter kann es werden, wenn der Arbeitnehmer öfter den Arbeitgeber gewechselt, denn der laufende Vertrag oder die Arbeitgeberzahlungen können nicht immer übernommen werden und die Effekte der Steuerstundung kommen so kaum oder gar nicht zur Geltung. Eher das Gegenteil tritt ein, denn bei Vertragsabschluss fallen in der Regel Abschlussgebühren an, welche ungefähr die ersten Jahre mit abbezahlt werden. Wechselt man somit mehrmals innerhalb der ersten Jahre den Arbeitgeber, ist fraglich, ob man mit der betrieblichen Altersvorsorge dauerhaft gewisses Kapital aufbauen kann. Frage am besten bei Deinem Arbeitgeber nach, ob dieser eine betriebliche Altersversorgung anbietet, mit welchen Beiträgen er sich beteiligt und wie die Vertragsbedingungen sind. Hierbei ist es wichtig nachzufragen, wie das Geld angelegt wird, wie die Konditionen des Vertrages aussehen und was bei einem Wechsel des Arbeitgebers geschieht. Vor allem die Kostenstruktur sollte transparent sein.

Bilanz

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

In der Betriebswirtschaftslehre wird in einer Unternehmensbilanz die Gegenüberstellung von Wertkategorien in einem T-Konto dargestellt. Einfach gesagt, werden systematisch Vermögenswerte auf der einen und Verbindlichkeiten auf der anderen Seite aufgelistet.

Beziehen wir dieses System auf und als Privatperson, so kann man ebenfalls die persönlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegenüberstellen. Unser Ziel ist es hierbei herauszufinden, woher unsere Einnahmen kommen und wohin unsere Ausgaben gehen. Um Dir ein Bild aufzumachen, habe ich folgend eine beispielhafte Gegenüberstellung erstellt.

Einnahmen – Ausgaben = verfügbarer Geldbetrag

Die Ausgaben bestehen zum einen aus Fixkosten (Versicherungen, Abonnements), also solchen Kosten die monatlich fix in gleicher Höhe wiederkehrend anfallen. Und zum anderen auf variablen Kosten (Lebensmittel, Kleidung, Urlaub), also solchen Kosten die monatlich in unterschiedlicher Höhe anfallen oder auch mal komplett wegfallen können.

Sofern ein Geldbetrag übrig bleibt, kann dieser genutzt werden, um im ersten Schritt eine Notreserve zu bilden und im zweiten Schritt zu investieren.

Wie sieht Deine Finanzsituation aus?

Erstelle Deine eigene Gegenüberstellung und liste auf der linken Seite alle Vermögenswerte auf, d.h. Deine Positionen, welche die Einnahmen bringen. Auf der rechten Seite stehen alle Verbindlichkeiten, d.h. Deine Positionen, durch welche Du Ausgaben hast.

Finanzdenken GuV
Finanzdenken GuV4

Cashflow

Wohin fließt unser Geld?

Der Cashflow (deutsch: Geldfluss) beschreibt den Geldfluss eines Unternehmens. Allerdings hat auch jede Person einen eigenen individuellen Cashflow, d.h. es kommt Geld herein und es geht Geld heraus. Der Cashflow ist bei Unternehmen ein Indikator dafür, wie gesund ein Unternehmen im Hinblick auf seine finanzielle Lage ist. Auch dieser Aspekt trifft bei jedem Menschen zu.

Einnahmen sollten dauerhaft die Ausgaben übersteigen

Zieht man alle Ausgaben von den Einnahmen ab, so erhält man entweder einen positiven Cashflow oder einen negativen Cashflow. Wie auch bei Unternehmen, sollten unsere Einnahmen höher als die Ausgaben sein. Anderenfalls müssten Unternehmen bei andauernden negativen Cashflows die Insolvenz anmelden und wir Privatpersonen als Pendant die Privatinsolvenz.

Ziel: in Vermögenswerte investieren, die unseren Cashflow erhöhen

Unser Ziel wird es langfristig sein, durch Investitionen einen großen Kapitalstock aufzubauen, welcher uns fortlaufend Einnahmen generiert und/oder uns durch regelmäßige Entnahmen hieraus unabhängiger macht. Die angefügte Grafik zeigt als Beispiel den IST-Zustand vieler Privatpersonen und einen möglichen anzustrebenden SOLL-Zustand. Instrumente, die uns Einnahmen generieren sind grün markiert. Alle Instrumente, welche Ausgaben bescheren sind rot markiert. Wichtig ist hier der blau markierte Cashflow. Wir generieren Einkommen durch unsere aktive Arbeit und durch unsere Vermögenswerte. Sobald wir Geld erhalten, wird dieses anfangs dazu benutzt, um weitere Vermögenswerte zu kaufen. Also Geld, welches wir für uns persönlich benutzen, um unseren positiven Cashflow zu erhöhen. Erst danach kommen alle anderen, d.h. die Ausgaben für Fixkosten und variablen Kosten.

Finanzdenken Cashflow

Direktbank

Kunde ist König?

Viele Deutsche und besonders die älteren Generationen sind seit etlichen Jahren bei ihrer Filialbank wie beispielsweise der Sparkasse oder Volksbank. Dort haben sie sich irgendwann mal ein Girokonto eröffnet und im Laufe der Zeit sind weitere Konten und Produkte der Filialbank hinzugekommen. Doch Banken haben systemimmanente Konflikte, d.h. die größten Finanzinstitute sind so strukturiert, dass sie sich selber Profite bescheren, aber nicht ihren Kunden. Und gerade örtliche Banken mit vielen Filialen und Mitarbeitern haben enorme Fixkosten, welche sie decken müssen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass viele Bankberater in letzter Instanz auch nur Verkäufer für Anlageprodukte von Vertragspartnern sind, welche eine Kooperation mit hiesigen Bank haben und Provision für jede Vermittlung zahlen. Jede Bank ist ein Unternehmen, welches wirtschaftlich arbeiten will und muss. Die Belange des Kunden kommen hier leider oftmals erst an zweiter oder dritter Stelle.

Direktbanken reichen die schlankere Kostenstruktur weiter

Doch seit einigen Jahren haben sich Direktbanken mehr und mehr etabliert wie beispielsweise die ING, comdirect oder Consorsbank. Die Direktbanken verzichten auf den persönlichen Kontakt vor Ort und bieten ihre Produkte und Dienstleistungen über ihre Internetseiten an. Somit werden unter anderem Personalkosten und Mietkosten gespart, sodass diese Ersparnisse an den Endkunden weiter gegeben werden können. Direktbanken wollen selbstverständlich auch wirtschaftlich handeln und haben nichts zu verschenken, aber sie haben ganz andere Möglichkeiten aufgrund ihrer Kostenstruktur.

Unzufriedenheit bei örtlichen Filialbanken

Ich höre so oft, dass die Leute bei ihren Filialbanken Kontoführungsgebühren zahlen müssen. Für manche ist das normal und wird nicht weiter hinterfragt, aber manche ärgern sich jeden Monat aufs Neue darüber. Zudem gehen immer mehr Filialbanken dazu über, Negativzinsen auf Guthaben zu erheben. Oder es werden alte Sparbücher zwangsweise aufgelöst, weil die hohen Zinsen nicht mehr bedient werden können. Zudem sehe ich immer wieder, dass Filialbanken geschlossen werden. Dies ist auch nur die logische Konsequenz, denn die hohen laufenden Kosten müssen irgendwie bezahlt werden und sie verlieren stetig Kunden an solche Direktbanken. Die auflaufenden Kosten müssen somit auf immer weniger Kunden umgelegt werden, was wiederum die Kosten für den Endkunden erhöht.

Lieber ein Licht anzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen.

Wieso wechseln diese Kunden nicht zu einer Direktbank und entgehen somit den monatlichen Kosten? In den meisten Gesprächen wird die Bequemlichkeit und auch die Unwissenheit über Alternativen genannt. Dabei bieten die Direktbanken einen „Wechselservice“ an. Bei diesem Wechselservice findet man eine Auflistung vieler verschiedener Unternehmen wie Versicherungen, Stromanbieter oder Abonnement-Anbieter. Diese wählt man in der Übersicht aus und die neue Direktbank verschickt automatisch an die ausgewählten Unternehmen eine Benachrichtigung mit der Information, dass diese die hinterlegte IBAN für das Lastschriftverfahren durch die neue IBAN ersetzen sollen. Bequemer geht es eigentlich kaum. Somit ist der Bankenwechsel innerhalb weniger Tage komplett abgeschlossen.

Ich persönlich nutze die comdirect

Ich selber nutze die comdirect Bank für die meisten finanziellen Angelegenheiten. Alle wichtigen Funktionen sind bei comdirect kostenlos und der Service ist wirklich super. Dort wird ebenfalls ApplePay im Zusammenhang mit der kostenlosen VISA-Karte angeboten, sodass das Bezahlen via iPhone/AppleWatch möglich wird. Für weitere Informationen, schau mal unter meinen „Empfehlungen„.

Möchtest auch Du Kunde von comdirect werden, klicke auf den folgenden Banner. Es handelt sich um einen Affiliate-Link, sodass Dir keinerlei Mehrkosten entstehen, ich jedoch eine kleine Provision von comdirect erhalte:

Freistellungs

-auftrag

Abgeltungssteuer

Privatanleger müssen in Deutschland seit 2009 eine Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte (Zinsen, Ausschüttungen, Dividenden, realisierte Kursgewinne) zahlen. Diese Abgeltungssteuer beträgt 25%. Hinzu kommen allerdings Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, sodass eine Steuerlast von 26,375% bzw. 28% vorliegt. Im Vergleich zur Steuerklasse 1 mit einem groben Steuersatz von 35% (Brutto zu Netto) ein recht guter Schnitt.

Freibetrag in Höhe von 801€ für Kapitalerträge

Der Staat ermöglicht den Privatanlegern jedoch steuerfreie Einkünfte aus Kapitalerträgen bis zu einer bestimmten Grenze. Dieser Betrag wird Sparerfreibetrag oder Sparerpauschbetrag genannt und liegt bei Singles bei 801€ und bei Ehepaaren bei 1.602€. Der Sparerpauschbetrag wird jedoch nicht automatisch von Anfang an berücksichtigt und der Privatanleger muss eigenständig aktiv werden. Und dies geht über einen sogenannten Freistellungsauftrag.

Freistellungsauftrag

Dieser muss bei der jeweiligen Bank erst eingerichtet werden, um von der Bank berücksichtigt zu werden. Je nach Verteilung seines Kapitals macht es durchaus Sinn, den Freistellungsauftrag aufzuteilen. So kann man bei zwei verschiedenen Depots bei unterschiedlichen Banken zum Beispiel eine Aufteilung von 400 und 401€ erteilen. Hat man sein gesamtes Kapital, welches Kapitaleinkünfte einbringt bei nur einer Bank, so kann man den kompletten Betrag von 801€ erteilen. Keine Sorge, den Freistellungsauftrag kann man jederzeit verändern oder wieder löschen. Das bedeutet also, dass Du beispielsweise Dividenden von deutschen Unternehmen in Höhe von 801€ steuerfrei auf Dein Konto gebucht bekommst. Erst auf alle weiteren Kapitalerträge (also ab 802€) wird die Abgeltungssteuer erhoben. Diese wird bei deutschen Banken automatisch an den Fiskus übertragen, sodass Du bei Deiner Steuererklärung nichts weiter angeben musst.

Inflation

Was ist eine Inflation?

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Zentralbank der 19 (2019) Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die den Euro eingeführt hat. Ihre vorrangige Aufgabe ist es, Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten und so die Kaufkraft der gemeinsamen Währung zu erhalten.

Die EZB vermittelt die Inflation mit folgenden Worten: „In einer Marktwirtschaft können sich Preise für Waren und Dienstleistungen jederzeit ändern – einige Preise steigen, während andere fallen. Erhöhen sich die Güterpreise allgemein, und nicht nur die Preise einzelner Produkte, so spricht man von „Inflation“. Ist dies der Fall ,so kann man für einen Euro weniger kaufen oder anders ausgedrückt: Ein Euro ist dann weniger Wert als zuvor.“

Was bedeutet eine Geldentwertung?

Es findet demnach eine Geldentwertung statt. In welcher Höhe diese Geldentwertung stattfindet und wie hoch die jährliche Inflation für den Euroraum ist, entscheidet die EZB. Der EZB-Rat verfolgt das Ziel, die Inflationsrate auf nahe 2% zu halten. Laut dem Unternehmen Statista, wurde 2017 eine Inflationsrate von 1,5% und 2018 eine Inflationsrate von 1,8% erreicht. Da viele Länder im Euroraum enorme Schulden haben, allen voran Griechenland, Italien, Portugal und auch Deutschland, ist die EZB bemüht, diese 2% Inflation jährlich zu erreichen. Denn somit wird der Schuldenberg faktisch immer kleiner. Bei einer angestrebten Inflation von 2% bedeutet dies im Umkehrschluss, dass auch unser aller Geld jährlich um 2% entwertet und somit weniger wird. Allein um diesen Inflationswert von 2% entgegenzuwirken, muss das Kapital also so angelegt werden, dass mindestens 2% erreicht werden. Noch mal zur Erinnerung: Auf dem Tagesgeldkonto gibt es in den Jahren 2018, 2019 und 2020 ungefähr 0,0%-0,3% Zinsen.

Beispielrechnung

Das passiert mit 10.000€ auf dem Giro- und Tagesgeldkonto bei einer marktüblichen 0,0% Verzinsung. Aufgrund der angestrebten Inflation von 2%, wird das Geld schleichend entwertet und ist automatisch immer weniger wert. Nach rund 10 Jahren ist die Kaufkraft um fast 20% gesunken. Wenn die Rendite weniger als 2% beträgt, verliert man also inflationsbedingt sein Geld.

Finanzdenken Beispielrechnung Inflation

P2P

P2P?

P2P steht für peer to peer und bedeutet auf Deutsch: Von Person zu Person. Die Bezeichnung P2P ist seit einigen Jahren vermehrt im Bereich der Geldanlage zu lesen und hören und bezeichnet die Kreditvergabe von einer Privatperson an eine andere Privatperson. Du kennst sicher die Werbung im TV von Auxmoney (Haben Sie das Geld? Ich nicht, aber die). Bei dieser Kreditvergabe wird also die Bank außen vor gelassen.

Die Funktionsweise von P2P (vereinfacht)

  1. Eine Privatperson P benötigt für ein Vorhaben eine Geldsumme X.
  2. P möchte oder kann hierfür nicht die örtliche Bank in Anspruch nehmen.
  3. P wendet sich als Kreditnehmer an einen sogenannten Darlehensanbahner (Finanzdienstleister, keine Bank). Dieser Darlehensanbahner bewilligt nach Prüfung diesen Kredit, legt den Zinssatz fest und stellt ihn auf einer P2P-Plattform ein.
  4. Viele weitere Privatpersonen P2 suchen auf P2P-Plattformen wie Bondora oder Mintos nach solchen Krediten. Ihnen gefällt das Vorhaben des P und die P2 möchten das Risiko eingehen, dem P Geld zu leihen und hierfür den festgelegten Zins zu erhalten.
  5. Sobald genug P2 vorhanden sind und die Kreditsumme durch viele Privatpersonen gestellt wird, wird der Kredit an P ausgezahlt. Die P2 erhalten ab sofort monatliche Zins- und Tilgungszahlungen.

Wieso wählen Kreditnehmer diesen Weg und gehen nicht zur Bank?

Viele Kreditnehmer benötigen nur einen kleinen Kredit und die örtliche Bank willigt beispielsweise erst Kredite ab größeren Summe. Je nach Örtlichkeit sind die Zinsen via Online-Kreditmarktplatz günstiger als die Zinsen der heimischen Bank. Zudem ist der Online-Prozess in der Regel einfacher und schneller erledigt, als der Gang zur Bank. Zudem ist die vorzeitige Tilgung bei manchen Online-Kreditmarktplätzen kostenlos. Plattformen wie Bondora oder Mintos sind überwiegend aus den baltischen Regionen und dort ist zum einen das Zinsniveau etwas anders und zum anderen ist die Mentalität für Kredite anders als bei uns.

Wieso stellen Anleger ihr Geld bei solchen Plattformen zur Verfügung?

Viele Privatpersonen oder Investoren suchen stetig neue Möglichkeiten, Plattformen und Wege ihr Geld zu diversifizieren und zu vermehren. Diese Online-Marktplätze bieten für viele Europäer zudem attraktive Zinsen, welche sie bei der Bank nicht mehr erhalten. Zusätzlich ist das Prinzip dieser Anlageklasse schnell verstanden und der Einstieg ist wirklich simpel.

Alternative zum Tagesgeld?

Bondora wirbt mit seinem Produkt „Go & Grow“ mit konstanten 6,75%. Viele vergleichen dieses Produkt schon mit einem Tagesgeldkonto, auf welchem es noch Zinsen für das hinterlegte Geld gibt. Dies ist jedoch fahrlässig und zu kurz gedacht. Bei Go&Grow zahlt man seinen Wunschbetrag ein und die Plattform beliefert mit diesem Betrag eigenständig viele verschiedene Kredite. Hierfür erhältst Du monatliche Zinsen in Höhe von 6,75%. Zudem wirbt die Plattform damit, dass das Geld jederzeit wieder von der Plattform genommen werden kann. Dies habe ich selbst ausprobiert und es funktioniert ohne Probleme. Beim Pendant „Invest&Access“ von Mintos funktioniert dies etwas langsamer, aber nach dem gleichen Prinzip.

Risiko

Das Risiko ist dennoch sehr hoch. Immer wieder können Kredite nicht bedient werden und fallen aus, sodass man sein Geld nicht wieder bekommt. Auch die Anbieter an sich sind noch recht neu und müssen sich erst beweisen, da die meisten noch keine Wirtschaftskrise durchlebt haben. Mittlerweile gab es im Februar und März 2020 einen ordentlichen Wirtschaftsabschwung und viele Anleger haben ihr Geld von solchen Plattformen abgezogen. Bei Bondora Go&Grow ging es anfangs problemlos, doch als zu viele Privatpersonen ihr Geld abziehen wollte, gab es eine zeitliche Beschränkung. So konnte man nur einen gewissen Betrag monatlich abziehen und nicht alles auf einmal. Gleiches gilt für Minto Investitionen&Access. Zudem sind mittlerweile einige Darlehensanbahner insolvent und daher auch einige Kredite ein Totalausfall. P2P ist in meinen Augen eine sehr riskante Anlageklasse, in welche nur ein kleiner Teil (ca. 5%) des Kapitals investiert werden sollte, wenn denn überhaupt.

Deutsches

Rentensystem

3-Säulen-Modell

Das deutsche Rentensystem basiert auf dem sogenannten 3-Säulen-Modell. Das bedeutet, dass die finanzielle Versorgung im Alter nicht allein durch den Staat in Form der gesetzlichen Rentenversicherung oder Beamtenversorgung sichergestellt wird. Dieser Glaube ist leider bei vielen Deutschen verankert: Ich zahle jahrelang in die gesetzliche Rentenversicherung ein und wenn ich in Rente gehe, kümmert sich der Staat um mich. Dies ist nur die halbe Wahrheit. Das Rentensystem besteht nämlich noch aus zwei weiteren Säulen: betriebliche Altersvorsorge und private Altersvorsorge.

Folgende Grafik ist auf der Internetseite der deutschen Rentenversicherung Bund zu finden (Quelle):

Finanzdenken Deutsches Rentensystem

Rentenniveau

Wichtig ist hierbei das sogenannte Rentenniveau: Laut Deutsche Rentenversicherung Bund zeigt das Rentenniveau die Relation zwischen der Höhe einer Rente (45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines durchschnittlichen Einkommens) und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitsnehmers/einer Arbeitnehmerin.

Und wie hoch ist nun das Rentenniveau in Deutschland? Im Jahr 2000 lag es bei 52,9%. Im Jahr 2016 bei nur noch 48,1% (Quelle)

Bund muss mittlerweile die Rente bezuschussen

Warum sinkt das Rentenniveau überhaupt? Weil die Finanzierung der Rentenversicherung im sogenannten Umlageverfahren erfolgt, d.h. die laufenden Ausgaben werden zum allergrößten Teil aus den laufenden Beitragseinnahmen und einem Bundeszuschuss finanziert. In den kommenden Jahren wird sich die Anzahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu der Zahl der Beitragszahler weiter erhöhen und weniger Arbeitnehmer müssen mehr Rentenbezieher bezahlen.

Das Rentensystem ist nicht nachhaltig. Lieber selbstverantwortlich privat vorsorgen.

Das bedeutet, dass im wohl verdienten Ruhestand nur 48,1% oder sehr wahrscheinlich bis dahin noch viel weniger von dem Geld zur Verfügung steht, mit welchem man zuvor monatlich ausgekommen ist. Eine Lücke von fast 50-60% stehen im Raum. Nicht jeder bekommt eine betriebliche Altersvorsorge bzw. nicht jeder möchte diese Form der Altersvorsorge nutzen, da sie einige Nachteile hat. Bleibt noch die private Altersvorsorge. Aber wie soll man privat vorsorgen, wenn einem kein Finanzdenken und finanzielle Bildung vermittelt wurde? Der Staat hat hierfür Riester erfunden. Ein Produkt, welches sich nur in wenigen Fällen lohnt (niedriges sozialversicherungspflichtiges Einkommen und viele Kinder). Aktuell tätigen einige deutsche Politiker auch Äußerungen zu einem Staatsfonds oder eine 4. Säule, welche das Rentensystem weiterhin tragfähig machen soll. Hierzu habe ich bereits einen ausführlicheren Beitrag geschrieben. Man muss sich der Sache selber annehmen und vorsorgen, um die Lücke von 60% schließen zu können. Wie das funktioniert erfährst Du in meinem Investitionsleitfaden.

Riester

Was ist Riester?

Riester ist eine privat finanzierte Rente, welche vom Staat mit Zulagen oder Sonderausgaben gefördert wird. Der Staat fördert seit 2002 die private Altersvorsorge, indem er Zulagen gewährt, sofern der Riesternde selbst gewisse Beiträge zahlt. Der Mindesteigenbeitrag beträgt beim Riestern grundsätzlich 4% des rentenversicherungspflichtigen Einkommens, welches im Vorjahr erwirtschaftet wurde. Es gibt allerdings eine Höchstgrenze von maximal 2100€, sodass die Höhe der Zulagen relativ schnell begrenzt ist. Um die Zulagen der Riester-Rente erhalten zu können, muss das Geld in ein förderfähigen Altersvorsorgevertrag fließen.

Förderfähiger Altersvorsorgevertrag?

Beispiele hierfür wären Banksparpläne, um langfristig mithilfe fester oder variabler Verzinsung ein Kapitalstock aufzubauen. Hierneben gibt es noch Fondssparpläne, sodass der Riesternde mithilfe von Aktien einen Kapitalstock aufbauen kann. Zusätzlich können noch private Rentenversicherungen, d.h. eine Versicherung in Kombination mit einer Kapitalanlage oder aber auch Darlehensverträge sowie Bausparverträge für die Riesterzulagen genutzt werden. In Deutschland gab es 2016 laut dem Bundesfinanzministerium ungefähr 11 Millionen geförderte Personen. Die deutsche Rentenversicherung schreibt selbst, dass die Lebenserwartungen der Menschen in Deutschland immer weiter steigen, die Geburtenraten jedoch Anhaltens niedrig bleiben. Die hieraus resultierende Probleme, habe ich bereits unter „Rentensystem“ erläutert. Fakt ist, man sollte privat vorsorgen.

Welche Förderung gibt es?

Die Förderung (Stand 2019) besteht aus einer Grundzulage in Höhe von 175€ jährlich, sofern ein Mindestbeitrag von 4% der maßgebenden Einnahmen im Laufe des Jahres eingezahlt wird. Zusätzlich wird je nach persönlichem Steuersatz, ein Steuervorteil gewährt. Außerdem erhält der Riesternde pro Kind eine Zulage von 300€ im Jahr. Je nach persönlicher Situation, kann sich dieses staatlich geförderte Instrument der Altersvorsorge lohnen. Wenn also beispielsweise ein niedriges zu versteuerndes Einkommen erzielt wird und/oder viele Kinder vorhanden sein.

Worauf ist beim „riestern“ zu achten?

Kommt ein Riester-Vertrag in Betracht, so ist auf die Kosten- und Gebührenstruktur zu achten. Viele Anbieter verlangen eine hohe jährliche Gebühr, welche die Zulagen im schlimmsten Fall wieder auffressen. Diese Gebühren sind auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich, entscheiden über Jahre hinweg allerdings beträchtlich über die Rendite. Fallen diese hohen Kosten und Gebühren erst nach einigen Jahren auf oder die Erwartungen an die Rendite werden beim Riestern doch nicht erfüllt, so kann man entweder keine weiteren Einzahlungen mehr vornehmen (ruhend stellen) oder den Vertrag kündigen. Bei einem Einzahlungsstopp werden auch keine jährlichen Zulagen mehr gezahlt, doch die jährlichen Gebühren werden dennoch erhoben und mindern das Kapital. Soll der Vertrag vorzeitig gekündigt werden, sind alle Zulagen wieder zurückzuzahlen und es kommen ggf. noch Steuernachzahlungen hinzu, sofern diese in der Steuererklärung geltend gemacht worden sind. Diese Auswirkungen muss man vor Vertragsabschluss im Hinterkopf behalten.

Was bringt die Riester-Rente im Rentenalter?

Wird der Vertrag bis zum Renteneintritt, frühestens jedoch mit Vollendung des 62. Lebensjahres, fortgeführt, so erhält der Riesternde eine lebenslange monatliche Rente. Diese richtet sich insgesamt nach den eingezahlten Beiträgen inklusive Zulagen, Gebühren und möglicher Zinsen oder Kurssteigerungen. Die monatlichen Rentenzahlungen werden bei Auszahlung mit dem persönlichen Steuersatz besteuert.

Persönliche Anmerkung zum Riestern

Ich persönlich hatte 2004 einen Riester Vertrag abgeschlossen, ohne mich wirklich damit zu beschäftigen. Ich zahlte jährlich ein, erhielt die Riester-Zulage und habe darauf gehofft/vertraut, dass ich in meinem Ruhestand eine zusätzlich Rente erhalte. Fahrlässig wie sich im Nachhinein herausstellte. Mir fehlte allerdings ein Finanzdenken und wenn der Staat dieses Produkt so bewirbt, muss es doch auch gut sein?

Nachdem ich mir ein Finanzdenken aufgebaut habe, schaute ich mir den Vertrag noch mal genauer an und mir vielen sofort die hohen Abschlusskosten bei Vertragsbeginn sowie die hohen fortlaufenden jährlichen Kosten auf. Die ersten drei Jahre zahlte ich lediglich die Abschlusskosten des Vertrages ab und die fortlaufenden Kosten waren so hoch, dass die staatlichen Zulagen nur wenig Rendite brachten.

Ein Teil des Geldes meines Riester-Vertrages wurde am Aktienmarkt investiert. Grundsätzlich eine kluge Entscheidung, allerdings wurde das Geld in teure und renditenschwache Fonds investiert. Alles was der Bankberater bei Vertragsabschluss erzählt hatte, klang damals noch super und wurde mir so verkauft, als könne man mit diesem Produkt nur gewinnen. Aber die wichtigsten Informationen zu den Kosten und den tatsächlichen Gewinnmöglichkeiten wurden nicht genannt oder so verpackt, dass man sie ohne einem Finanzdenken nicht erkannte.

Nachdem ich mir das notwendige Wissen angeeignet hatte, wusste ich, dass es für mich persönlich deutlich bessere Investitionsmöglichkeiten gab. Die Zulagen sind schließlich in ihrer Höhe begrenzt und der steuerliche Vorteil schlug ebenfalls nicht stark ins Gewicht. Beim Thema Steuern ist in Deutschland leider generell nicht wirklich viel gewiss, Stichwort: Solidaritätszuschlag.

Also entschied ich mich kurzerhand den Riester-Vertrag zu kündigen. Ein nennenswertes Plus hatte ich nach den fünf Jahren der Einzahlung nicht erwirtschaftet und mir wurden alle staatlichen Zulagen wieder gestrichen sowie Steuernachzahlungen verlangt. Weitere Argumente zu diesem Schritt war die Intransparenz der Kosten und der gewählten Investitionen in Fonds. Zudem hätte ich bis zum 62. Lebensjahr warten müssen, um dann MEIN Geld nach und nach erhalten zu können. Die einmalige gesamte Kapitalauszahlung ist bei diesem Produkt nicht möglich. Das Produkt war für mich persönlich zu inflexibel, intransparent und renditeschwach. Leider bemerkte ich dies erst nach einigen Jahren und musste durch die Kündigung weitere Verluste hinnehmen. Doch auf lange Sicht gesehen, fühle ich mich mit anderen Investitionsmöglichkeiten deutlich besser. Ich weiß, wie ich selber in ETFs investieren kann und benötige hierbei keinen Zwischenhändler, welcher die Rendite mindert. Wie das funktioniert, habe ich Dir in meinem Investitionsleitfaden erläutert.

Fazit

Riester an sich ist eine gute Idee, welche die private Altersvorsorge unterstützen soll. Allerdings wurde dieses Produkt von vielen Versicherungen/Banken so verunstaltet, dass der Endkunde hier weitaus weniger von profitiert, als anfangs gedacht. Ob und für wen sich Riester lohnt, ist sehr individuell. Es hängt von vielen Faktoren wie der Art des Riesterproduktes, der Gebührenstruktur oder auch den persönlichen Aspekten wie die Anzahl der Kinder ab. Daher sollte diese Anlage wirklich gut überlegt sein.

Tages- und

Festgeldkonten

„Garantierte“ Zinsen und wenig Risiko

Das Tagesgeldkonto, das Festgeldkonto oder das Sparbuch sind für sicherheitsorientierte Personen ideal, bieten aktuell jedoch nur noch eine kleine Rendite oder gar keine mehr. Dieser Umstand ergibt sich wieder aus der Gegebenheit der aktuellen Niedrigzinsen. Bei einem Festgeldkonto oder dem Sparbuch, wie viele Deutsche es noch besitzen, wird das Geld einmalig oder monatlich für einen festgelegten Zeitraum bei der Bank eingezahlt und es wird eine garantierte Verzinsung gezahlt.

Wirklich garantiert? Das Sprabuch-Dilemma

Apropos garantierte Verzinsung: Diese ist allerdings im Jahr 2019 gar nicht mehr so garantiert. Immer wieder ist in den Nachrichten zu lesen, dass Altverträge (von vor einigen Jahren und mit dementsprechender hoher Verzinsung) gekündigt werden und der Kunde kann nichts dagegen machen. Banken wie Volksbank oder Sparkasse müssen noch viele dieser Altverträge bedienen und verlieren dadurch stetig viel Geld, sodass sie gezwungen werden diese zu kündigen.

Sinnvoll, um in absehbarer Zeit benötigtes Geld zu parken

Die Zeiträume für Festgeldkonten oder Sparbücher gelten in der Regel von 90 Tagen bis hin zu mehreren Jahren. Ist also absehbar, dass ein gewisser vorhandener Kapitalbetrag nicht benötigt wird, kannst Du diesen auf dem Festgeldkonto oder dem Sparbuch einzahlen, bevor es zinslos auf dem Girokonto liegen bleibt. Auf diese sicheren Geldanlagen erhältst Du aktuell in der Regel jedoch nur eine Verzinsung von unter 1%. Ist nicht absehbar, ob das Geld benötigt wird, so kann es immerhin auf dem Tagesgeldkonto bei rund 0,1% geparkt werden, um minimale Zinsen bei stetiger Verfügbarkeit zu erhalten.

Zinsloses Risiko?

Die beworbene Sicherheit kostet demnach Rendite und unterm Strich verlierst Du Geld. Stichwort Inflation. Hast Du eine längere Anlagedauer von über 7 Jahren, so lohnt sich der Blick definitiv in Richtung Aktienmarkt. Weitere Informationen erhältst Du in meiner „Finanzplanung“ In diesen Zusammenhang spricht man häufig vom TINA-Phänomen: There is no alternative. Tagesgeld & Co bieten keine Zinsen mehr, sondern das Kapital wird aufgrund der Inflation immer weniger wert. Die Anleger suchen Alternativen und kommen hierbei nicht an Immobilien oder Aktien herum. Investitionen in Aktien/ETFs erfordern hier jedoch deutlich geringeres Wissen, viel weniger Startkapital und Zeitaufwand.

Was das für die Rendite bedeutet verdeutlichen Dir folgende Grafiken:

Finanzdenken Vergleichsrechnung
Finanzdenken Tagesgeldkonto Inflation

Vermögenswert/

Verbindlichkeit

Was ist ein Vermögenswert und eine Verbindlichkeit?

Wie im Reiter „Bilanz?“ bereits geschildert, kommen die Begriffe Vermögenswert und Verbindlichkeit aus der Betriebswirtschaftslehre. Doch auch im privaten Bereich finden diese Anwendung und können einfach wie folgt erklärt werden. Vermögenswert: Verursacht Einnahmen. Verbindlichkeit: Verursacht Ausgaben. Es existiert also ein Cashflow. Die entscheidende Frage ist, in welche Richtung fließt das Geld? Zu mir hin oder von mir weg?

Vermögenswerte kann man grob in vier Kategorien einteilen:

  • Unternehmen
  • Wertpapiere
  • Immobilien
  • Rohstoffe

Verbindlichkeiten sind hingegen folgende Positionen:

  • Das eigene Fahrzeug mit seinen Versicherungs-, Steuer- und Benzinkosten.
  • Die eigene Miet- oder Eigentumswohnung bzw. Haus. Zuzüglich Versicherungs- und Reparaturkosten.
  • Abonnements wie Amazon Prime, Netflix, Zeitung, Zeitschrift, Spotify, Apple Music oder das Fitnessstudio.
  • Kreditschulden für die persönliche Nutzung wie bspw. Immobilien-, Konsum oder Bildungskredite.

Eigenheim – Vermögenswert oder Verbindlichkeit?

Interessant ist an dieser Stelle die Einstufung des Eigenheims zur Eigennutzung. Im Volksmund heißt es, dass man ein Häuschen bauen soll und dieses ein Vermögenswert darstellt. Doch wer hat diese Geschichte erzählt? Die Bank! Das Eigenheim ist in der Tat ein Vermögenswert, jedoch der Deiner Bank, denn du zahlst ihr monatlich Geld. Bei der Bank steht Deine Immobilie unter Vermögenswerte, denn sie erhält von Dir monatlich Geld. Bei Dir handelt es sich allerdings um eine Verbindlichkeit, denn nüchtern betrachtet verursacht das Eigenheim monatlich Kosten, denn man muss den Darlehensbetrag und die Zinslast tilgen.

Eigenheim als Altersvorsorge?

Auch die Aussage, dass das Eigenheim ein private Altersvorsorge darstellt ist kritisch zu hinterfragen. Zahlst du mal einen Monat nicht die Rate des Immobilienkredites, merkst Du schnell, ob das Eigenheim wirklich Dir gehört oder der Bank. Zudem ist der Kredit in der Regel erst nach vielen Jahren abbezahlt und bis zu diesem Zeitpunkt sind bereits einige Reparaturen/Modernisierungen wie eine neue Küche, ein neues Bad, neuer Boden oder gar außerplanmäßige Kosten für Beschädigungen angefallen. Es bleibt demnach nicht bei den eigentlichen Kreditkosten, sondern es kommen regelmäßig neue Kosten hinzu. Ist das Eigenheim schließlich abbezahlt, so bleibt einem die „Miete“ erspart, fortlaufende Kosten für Versicherungen, Nebenkosten oder Hausgeld bleiben dennoch bestehen. Daher lässt sich wahrlich darüber streiten, ob man mit einer solchen Investition für das Alter vorsorgt. Es ist definitiv Einzelfallabhängig.

Die Alternative ist das Mieten, wobei die Miete und die Nebenkosten anfallen. Eventuell noch eine Hausratversicherung und dann war es das. Keine großen Reparaturen oder Modernisierungen. Kein Ärger mit der Bank und dem Amt. Kein Klumpenrisiko, wenn man beruflich wegziehen muss, die Nachbarschaft Ärger macht oder man finanzielle Schwierigkeiten (z.B. Verlust der Arbeitsstelle) bekommt. Neue Wohnung suchen und fertig.

Es gibt hierzu viele verschiedene Meinungen und Hochrechnungen. Wichtig ist, dass die gängige Meinung mit dem Eigenheim und der privaten Altersvorsorge nur bedingt stimmt. Es ist eher eine Lifestyle-Entscheidung als eine finanzielle Entscheidung.

Vermögens-

wirksame

Leistungen

Was sind vermögenswirksamen Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind freiwillige Beiträge des Arbeitgebers, die dem privaten Vermögensaufbau dienen sollen. Der Mindestbetrag liegt bei 6,65€ und der Höchstbetrag bei 40€ im Monat. Die genaue Höhe des Betrages ist in der Regel in dem jeweiligen Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt.

Wie erhalte ich VL?

Doch dieser Betrag wird nicht von Anfang an mit dem Gehalt überwiesen, sondern Du musst hierfür selber aktiv werden. Neben der Beantragung der VL, muss zuerst ein Vertrag über ein Produkt Deiner Wahl abgeschlossen werden, denn die VL werden nur bei VL- fähigen Verträgen ausbezahlt. Die Verträge für VL laufen in der Regel sieben Jahre lang. Sechs Jahre hiervon sind Einzahlungsjahre und ein weiteres Jahr ruht der Vertrag. Anschließend kann frei über das angesparte Geld verfügt werden, das heißt es kann für Konsum ausgegeben oder erneut als Grundlage für einen weiteren VL- Vertrag genutzt werden.

Der Staat beteiligt sich ggf. auch noch

Neben dem Arbeitgeber beteiligt sich auch der Staat an Deiner Vermögensbildung. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten wird. Liegt das zu versteuernde Einkommen unter gewissen Grenzen, wird die Arbeitnehmersparzulage als staatliche Förderung gewährt. Die Arbeitnehmersparzulage beträgt 9% der eingezahlten VL. Maximal werden allerdings nur 9% von 470€ gewährt, sodass maximal 43€ jährlich gefördert werden. Um die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten, darf das zu versteuernde Einkommen eine gewissen Fördergrenze nicht unterschreiten. Diese beträgt 17.900€ (Stand 2020) im Jahr als ledige Person. Wichtig hierbei ist die Tatsache, dass das zu versteuernde Einkommen nicht der Bruttoarbeitslohn ist, sondern aufgrund unterschiedlicher Belastungen (zum Beispiel Werbungskosten) darunter liegen kann. Sollte dein Bruttolohn über der Grenze liegen, bleiben Dir allerdings immer noch mindestens die 6,65€ VL vom Arbeitgeber übrig. Je nach Höhe der VL Deines Arbeitgebers, kannst du den Betrag eigenständig weiter aufstocken.

Zinseszins

Was ist der Zinseszins?

Auf dem Tagesgeldkonto erhält man mit viel Glück einen Zinssatz von über 0,0%. Nehmen wir an, dass es noch 0,3% Zinsen auf das dort hinterlegtes Kapital geben würde. Befinden sich beispielsweise 5.000€ Kapital auf diesem Tagesgeldkonto, er erhält man am Jahresende ganze 15€ an Zinsen. Im neuen Jahr befinden sich nun 5.015€ auf dem Tagesgeldkonto und am Jahresende gibt es erneut die 0,3% Zinsen. Dieses mal jedoch nicht auf die 5.000€, sondern auf die 5.015€. Die zuvor erhaltenen Zinsen werden also wiederum mit verzinst (Zinseszins). Im zweiten Jahr gibt es also bereits 15,05€ an Zinsen.

Der Zinseszins ist also ein fälliger Zins, der denn Kapital hinzugefügt und künftig zusammen mit dem Kapital verzinst wird.

Solche Rechnungen machen natürlich mehr Spaß, wenn ein höherer Zinssatz zum Tragen kommt. An dieser Stelle der Verweis auf meinen Menüpunkt „Investieren„, denn dort erläutere ich die durchschnittlichen jährlichen Renditen von 8-9% bei einem diversifizierten Aktienportfolio.

Albert Einstein war ein Fan des Zinseszins

Albert Einstein nannte den Zinseszins ein derart wirksames Instrument, welches die wichtigste Erfindung der Menschheitsgeschichte sei. Leider nutzen ihn nur wenige Menschen und wenn sie sich über die Macht der Aufzinsung bewusst werden, sind sie meistens schon zu alt und ärgern sich über die zu späte Erkenntnis. Hiermit stimme ich Albert Einstein zu, denn der Zinseszins kann einem beim Kapitalaufbau ungemein helfen, sofern man das Prinzip dahinter verstanden hat. Wenn man es allerdings nicht verstanden hat, muss man den Zinseszins teuer bezahlen. Stichwörter sind hier Kredit und Finanzierung.

Zur Verdeutlichung noch folgende Grafik:

Finanzdenken Grafik Zinseszins