Wie steigere ich meinen Cashflow?

Intro

Was ist der Cashflow?

Der Cashflow (deutsch: Geldfluss) beschreibt den Geldfluss eines Unternehmens. Allerdings hat auch jede Person einen eigenen individuellen Cashflow, d.h. es kommt Geld herein und es geht Geld heraus. Bei Unternehmen ist der Cashflow ein Indikator dafür, wie gesund ein Unternehmen im Hinblick auf seine finanzielle Lage ist. Auch dieser Aspekt trifft bei jedem Menschen zu.

Zieht man alle Ausgaben von den Einnahmen ab, so erhält man entweder einen positiven Cashflow oder einen negativen Cashflow. Wie auch bei Unternehmen, sollten bei uns die Einnahmen höher sein als die Ausgaben. Anderenfalls müssten Unternehmen bei andauernden negativen Cashflows die Insolvenz anmelden und wir Privatpersonen als Pendant die Privatinsolvenz.

Um den Geldfluss in einem Unternehmen nachverfolgen zu können, wird hierfür unter anderem auf die Gewinn- und Verlustrechnung geschaut (G&V). Auch diese betriebswirtschaftliche G&V können wir zweckentfremden und auf uns als Privatperson beziehen. Um also einen Überblick über unsere Finanzsituation und explizit dem eigenen Cashflow zu erhalten, bietet sich eine G&V an. So können wir nachverfolgen, woher unsere Einnahmen kommen und wohin unsere Ausgaben gehen.

Cashflow in der Praxis

Wie sollte der Cashflow aussehen?

Das langfristige Ziel sollten stetige Investitionen sein, um sich auf diese Weise einen großen Kapitalstock aufzubauen, welcher uns fortlaufend Einnahmen generiert und/oder uns durch regelmäßige Entnahmen hieraus unabhängiger macht. Die angefügte Grafik zeigt als Beispiel eine wünschenswerte G&V. Instrumente, die uns Einnahmen generieren sind grün markiert. Alle Instrumente, welche Ausgaben bescheren sind rot markiert. Wichtig ist hier der blau markierte Cashflow. Wir generieren Einkommen durch unsere aktive Arbeit und durch unsere Vermögenswerte. Sobald wir Geld erhalten, wird dieses anfangs dazu benutzt, um weitere Vermögenswerte zu kaufen. Also Geld, welches wir für uns persönlich benutzen und unseren positiven Cashflow zu erhöhen. Erst danach werden alle anderen bezahlt, d.h. die Ausgaben für unsere Verbindlichkeiten sowie Fixkosten und variablen Kosten.

Finanzdenken Geldkreislauf

Cashflow steigern

Wie erhöhe ich den eigenen Cashflow?

Erstrebenswert ist also ein sich immer weiter steigender positiver Cashflow. Dies kann entweder durch eine Erhöhung der Einnahmen oder durch eine Reduzierung der Ausgaben geschehen. Im Idealfall geschieht beides, sodass der Cashflow deutlich gesteigert werden kann.

Einnahmen erhöhen – Haupteinkommen

In der Regel bezieht jeder von uns sein Haupteinkommen aus nicht-selbstständiger Arbeit (Angestellte, ca. 90% der Deutschen) und/oder aus selbstständiger Arbeit (Selbstständige, ca. 10% der Deutschen). Durch eine Gehaltserhöhung, rentablen Jobwechsel, Karriereaufstieg oder Effizienzsteigerung, Outsourcing, Erhöhung der Arbeitszeit und so weiter, können die Einnahmen durch aktive Arbeit gesteigert werden. Hier hängt alles maßgeblich von der eigenen Zeit ab, die genutzt wird. Wer noch genug Zeit übrig hat, der kann einer Nebentätigkeit nachgehen. Also beispielsweise auf 450€-Basis arbeiten. Oder sich nebenberuflich selbstständig machen und Internetseiten programmieren, Unterricht anbieten oder einen Blog erstellen ;-).

Einnahmen erhöhen – Vermögenswerte

Eine weitere Variante ist der Erwerb von Vermögenswerten. Der Sinn hinter solchen Investitionen in Aktien, ETFs, Immobilien zur Vermietung, Anleihen etc. ist, dass wir nun fortlaufend Kapitalerträge hieraus erhalten. Das Kapital schafft weiteres Kapital bzw. unser Geld erarbeitet weiteres Geld. Je nach Vermögenswert, ist diese Art der Einnahme deutlich passiver als unsere Haupteinkommensquelle, welche uns 9to5 beansprucht. Also 9 Stunden an 5 Arbeitstagen in der Woche. Wir müssen demnach weniger Zeit für ein Einkommen einsetzen.

Einnahmen erhöhen – Besteuerung beachten

Ein weiterer Vorteil von solchen Vermögenswerten ist die Besteuerung. Kapitalerträge werden in Deutschland pauschal mit einem Abgeltungssteuersatz von 25% (plus 5,5% Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) belegt, sodass in der Regel effektiv ein Steuersatz von 26,375% vorliegt. Schauen wir uns den typischen Arbeitnehmer der Steuerklasse 1 an, so muss dieser ungefähr 35% (15% Steuern und 20% Sozialabgaben) von seinem Bruttogehalt abgeben. Bei diesem kommen demnach nur ca. 65% seines aktiv erarbeiteten Gehalts an, während bei dem passiven Ansatz ca. 74% ankommen. Der Vergleich hinkt etwas, weil die Sozialabgaben keine Steuern sind. Dennoch verdeutlicht es den Unterschied zwischen Geld für Geld oder Zeit für Geld. Dieser steuerliche Aspekt zeigt die Attraktivität von solchen Kapitalerträgen. Als Anmerkung sei hier gesagt, dass es sich um das deutsche Steuerrecht handelt. Schaut man beispielsweise in die Niederlande, so werden die Kapitalerträge gar nicht besteuert. Schaut man in die USA, so werden Investitionen in Wertpapiere sogar noch bezuschusst.

Ausgaben senken – Fixkosten

Auf der Seite der Ausgaben haben wir zum einen die Fixkosten und zum anderen die variablen Kosten. Die Fixkosten sollten jährlich auf den Prüfstand gestellt werden:

  • ob diese noch benötigt werden (Beispiel Abo´s),
  • ob diese noch unseren Kosten/Nutzen Vorstellungen entsprechen (Beispiel Versicherungen),
  • ob wir die Kosten nicht gesenkt bekommen (Premium Accounts zu Standard Accounts wechseln, Handyvertrag wechseln oder Kredite umschulden) oder
  • ob wir diese nicht ganz eliminieren können (Kredit vorzeitig abbezahlen oder unnötiges Abo kündigen).

Größter Kostenfaktor ist unter anderem der Bereich „Wohnen“. Für Wohnen, Energie und Instandhaltung sollte im Idealfall nicht über ein Drittel des Nettoeinkommens ausgegeben werden. Laut Statistischem Bundesamt liegen diese Kosten jedoch im Durchschnitt bei ca. 34% in Deutschland. Es folgen die Kostenfaktoren „Mobilität/Verkehr“ und „Nahrungsmittel“mit jeweils ca. 15%. Schon sind bereits 2/3 des Nettoeinkommens verplant. Bei diesen drei Kategorien kann demnach am meisten eingespart werden, solltest Du mit Deinem Lebensstil stark aus der Norm fallen.

Ausgaben senken – variable Kosten

Bei den variablen Kosten liegt es ganz allein bei Dir, wie hoch diese ausfallen. Der tägliche Kaffe2Go kostet dich jedes Mal 2,50€ und macht bei 5 Arbeitstagen in der Woche stolze 50€ pro Monat aus. Oder aber 600€ pro Jahr. Man kann sich den Kaffe auch von zu Hause mitnehmen oder gar das Essen für den nächsten Tag vorbereiten, sodass man nicht stetig auswärts essen gehen muss. Das ist in der Regel gesünder und deutlich günstiger. Wenn man in der Nähe seiner Arbeitsstelle wohnt, kann man auch mal zu Fuß gehen oder das Fahrrad nutzen. So eine aktive Bewegung ist deutlich gesünder, umweltfreundlicher und wiederum auch günstiger, als täglich mit dem Auto zu fahren. Diese Beispiele können mit Kleidung, Urlaub, Elektronik, Nahrung und so weiter beliebig fortgeführt werden. Meistens sind die Faktoren „Bequemlichkeit“ und „Zeit“ die Gründe für solche Konsumausgaben.

Jeder hat eigene Lebensweisen oder legt besonderen Wert auf Nahrungsmittel, luxuriösen Urlaub oder halt den täglichen Kaffee. Das ist auch völlig okay und notwendig. Jeder legt den Wert oder die eigene Zufriedenheit solcher Käufe anders fest. Zudem machen Einschränkungen auf Dauer unglücklich und/oder werden nicht durchgehalten (siehe Jojo-Effekt bei Diäten). Wenn sich allerdings die eigene Lebensweise und Einstellung ein wenig verändert, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Allein die Tatsache, ob man etwas aus Überzeugung macht oder weil man es muss, ist sehr entscheidend.

Überzeugung nötig? Rechenbeispiel:

Um ein wenig Überzeugungsarbeit zu leisten, kommt folgend ein Rechenbeispiel. Nehmen wir hierfür doch unseren Kaffe2Go für 50€ pro Monat, welcher jeden Morgen auf den Weg zur Arbeit gekauft wird.

Würden wir diese 50€ stattdessen unser ca. 40-jähriges Arbeitsleben jeden Monat in Aktien/ETFs investieren, wärest Du überrascht, was dabei am Ende herauskommt: Das macht über 40 Jahre hinweg eine stolze Summe von 24.000€ an eigenen Einzahlungen. Unterstellt man eine jährliche Rendite von realistischen 8,6% werden daraus knapp 200.000€. Steuern und Gebühren mal unberücksichtigt. Die Rechnung siehst Du hier. Vielleicht überzeugt Dich diese Beispielrechnung ja davon, dass so manche Kosten tatsächlich nicht sein müssen. Nun weißt Du aber, dass Dich so ein Kaffee 200.000€ kosten kann 😉

Fazit

Zusammenfassend…

… macht es definitiv Sinn, sich über seinen eigenen Cashflow Gedanken zu machen. Das Ziel sollte sein, seine Einnahmen zu steigern und seine Ausgaben niedrig zu halten. Als Student hat man schließlich auch irgendwie gut gelebt und es hat oftmals an nichts gefehlt. Wieso steigen die Ausgaben ins abenteuerliche, sobald man berufstätig ist und mehr Geld zur Verfügung hat (Stichwort: Engelkurve)?

Ich habe Dir einige Beispiele genannt, die Dir dabei helfen können, auch Deinen eigenen Cashflow zu erhöhen. Hier sind die Ideen natürlich nicht abschließend und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, seine Einnahmen zu erhöhen oder Ausgaben zu senken. Ich hoffe, Du konntest das ein oder andere aus diesem Beitrag mitnehmen und schaffst es, Dein persönliches System zu entwickeln und letztlich Deinen Cashflow zu erhöhen. Cheerio!

Disclaimer

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Der Autor ist an manchen der genannten Unternehmen beteiligt (Transparenzhinweis). Alle von mir veröffentlichen Informationen und Zahlen, Einschätzungen und Bilder sind von mir nach besten Wissen und Gewissen erstellt worden. Aufgrund dessen übernehme ich keine Gewähr, Garantie, Haftung oder Zusicherung für die Richtigkeit. Alle Beiträge stellen weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Optionen oder anderen Finanzinstrumenten dar. Das Investieren in Wertpapiere, Optionen oder anderen Finanzinstrumenten ist grundsätzlich mit Risiken behaftet und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.