Update zu COVID-19

Dieser Beitrag thematisiert die aktuellen Geschehnisse um COVID-19. Welche aktuellen Fallzahlen gibt es weltweit, welche Auswirkungen ergeben sich hierdurch und wie verhalte ich mich persönlich?

Wie ist die Lage?

Gerade einmal 22 Handelstage dauerte es, dann hatte der S&P 500 einen Wertverlust von 30 Prozent erlitten. Laut der Bank of America gab es noch nie einen Einbruch in dieser Größenordnung, der schneller vonstatten ging.

Jeder hatte die Hoffnung, dass die Notenbanken alles wieder gerade biegen. Diese haben auch alles in ihrer Macht stehende getan und die Leitzinsen auf Null gesenkt. Das bedeutet, dass sich Geschäftsbanken zum Zinssatz von 0% Geld leihen können. Dieses Instrument dient der Regulation der sich im Umlauf befindlichen Geldmenge. Nun ist das Geld günstig und die Zentralbanken erhoffen sich von diesem Effekt, dass vermehrt Kredite für Konsum genutzt werden. Die Wirtschaft muss angekurbelt und am Leben erhalten werden. Und die Staaten reagierten ebenfalls, indem Konjunkturpakete geschnürt wurden, deren Ausmaße es zuvor noch nie gegeben hat.

Aber wie soll man mit Geld einen Virus bekämpfen? Man kann lediglich die wirtschaftlichen Folgen lindern. Es ist nicht abzusehen, wann ein Gegenmittel hergestellt werden kann, der Peak an Neuinfizierten erreicht ist oder welche Ausmaße die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen hieraus annehmen werden.

Anhand der aktuellen Zahlen der Tagesschau kann man erkennen, dass die USA nun die meisten bestätigten Infizierten (112.468 Infizierte; Stand 28.03.2020) weltweit hat. Und der Großteil hiervon stammt aus New York. Mehr noch als Italien oder China. Auch Spanien, besonders Madrid, bestätigt immer mehr Infizierungen. Doch trotz des enormen Anstiegs in den USA, hört man erstaunlich wenig hierüber. Der Virus wurde von der Regierung bewusst klein geredet. Es stehen US-Wahlen an und Trump hatte laut Umfragen die Nase weit vorne. Seine Punkte holte er aufgrund einer robusten und florierenden Wirtschaft. Doch das Virus lässt die Wirtschaft und die Börsenkurse schwächeln. Diese Sorglosigkeit oder Naivität zeigt sich in den rasant ansteigenden Corona-Fallzahlen. Aufgrund des schlechten Gesundheitssystems wird es die USA hart treffen. Es mangelt den USA deutlich an Schutzkleidung, Masken und weiteren Hilfsmitteln. Laut aktuellen Lagemeldungen von „Welt“, werden Zelte aufgebaut, um die Toten zu sammeln, da sie mit dem Abtransport nicht hinterher kommen und mit der Lage überfordert sind. Und niemand weiß, wie hoch deren Dunkelziffer, also die unbekannten Fallzahlen wirklich sind. Auch in Deutschland steigen die Fallzahlen stetig an. Anhand der Fallzahlen des Robert Koch Instituts gibt es in Deutschland aktuell (28.03.2020) 48.500 Infizierte und 325 Todesfälle. Es gibt leider immer noch genügend Menschen, die sich nicht an die Regeln in Deutschland halten. Sie gefährden nicht nur sich und andere Mitmenschen, sondern wegen ihrem Egoismus wird das Kontaktverbot weiterhin aufrecht erhalten oder sogar zu einer Ausgangssperre verschärft. Bleibt abzuwarten, ob das neue Coronaschutzgesetz mit seinen Strafen Wirkung zeigt. Wir können nur hoffen, dass zeitnah ein Gegenmittel entwickelt und massentauglich hergestellt werden kann.

Finandenken Schutzkleidung

Es klingt wie in einem Horrorfilm. COVID-19 hat bisher schreckliche Auswirkungen gezeigt. Leider zeigt es auch den unsozialen Charakter einiger Menschen: Es häufen sich Meldungen über den Diebstahl von Desinfektionsmitteln und Mundschutze aus Krankenhäusern oder Arztpraxen in Deutschland. Für mich ist ein derart egoistisches Handeln absolut unbegreiflich.

Was macht die Börse?

Neben diesen gesundheitlichen Auswirkungen, wurden allerdings auch viele Unternehmen auf dem falschen Fuß erwischt. Durch die enormen Umsatzeinbußen geraten viele Unternehmen in Schieflage. Vapiano und Maredo sind Insolvent. TUI und Lufthansa erhalten staatliche Hilfen in Milliardenhöhe, um nicht auch die Insolvenz anmelden zu müssen und es werden bestimmt noch einige Unternehmen folgen. In Bezug auf die Börse und den dortigen Achterbahnfahrten der Kurse, werden immer häufiger Begriffe wie Bodenbildung, V-Form, Dead Cat Bounce oder FOMO verwendet. Daher hier die kurzen Erläuterungen:

Bodenbildung: Von einer Bodenbildung spricht man, wenn eine Unterstützungslinie im Chart erkennbar wird und mehrmals gehalten hat. Es bildet sich sprichwörtlich ein Boden und der Abwärtstrend wurde vorerst oder endgültig gestoppt.

V-Formation: Die V-Formation bezeichnet den Chart eines Index und verdeutlicht einen rasanten Abwärtstrend, die sehr kurze Bodenbildung und den daraufhin rasanten Aufwärtstrend. Ein Wechselbad der Gefühle.

Dead Cat Bounce: Diese Metapher soll beschreiben, dass eine tote Katze auch dann noch hoch springt, wenn sie aus einer ausreichenden Höhe hinunter fällt. In Bezug auf die Börse soll es eine nicht nachhaltige Erholung des Kurses verdeutlichen. Das bedeutet, dass der Kurs in einem intakten Abwärtstrend noch mal deutlich nach oben steigt, um anschließend wiederum viel tiefer zu fallen.

FOMO: Beim Dead Cat Bounce spielt FOMO (Fear Of Missing Out) eine entscheidende Rolle. Die Anleger denken, der Boden ist erreicht und wollen bei der nun folgenden Aufwärtsbewegung dabei sein und investieren fleißig. Sie haben Angst, nicht dabei zu sein.

Angst, Panik, Gier und Euphorie spielen den Anlegern immer wieder einen Streich und lassen sie nicht rational handeln. Keiner hat eine Glaskugel und weiß, wie sich die Börse zukünftig entwickelt. Keiner weiß, wann der beste Zeitpunkt ist, um Aktien zu kaufen. Und keiner kann Dir die Entscheidung abnehmen, wie Du mit Deinem Geld umgehen solltest. Dein Geld – Deine Entscheidung.

Welche Veränderungen gibt es noch?

Es gibt starke gesundheitliche, wirtschaftliche und finanzielle Verwerfungen in dieser Zeit. Aber trotz der ganzen negativen Stimmungen, kann man versuchen, etwas positives aus diesen schweren Zeiten zu ziehen.

„Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen“ – Konfuzius

Kurzarbeit, Home Office, Freistellungen, Rufbereitschaften und und und. Alles negative Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Stillstand. Viele Arbeitnehmer/innen müssen aktuell zu Hause bleiben und haben plötzlich viel mehr Zeit zur Verfügung als noch vor dem Virus. Effizienter, effektiver, leistungsfähiger, strapazierfähiger, schneller, besser… alles Wörter, die noch vor der Krise eine enorme Bedeutung hatten. Doch die Krise hat die Welt verlangsamt. Alles wurde entschleunigt. Ein riesiger Druck, der nun bei vielen Unternehmern und Arbeitnehmern plötzlich verschwunden ist. Natürlich kommen dafür andere Gedanken in den Vordergrund oder es machen sich Existenznöte bemerkbar. Aber ein sehr kostbares Gut ist aktuell bei vielen Menschen wieder vorhanden: die Zeit.

Nutze die Zeit zu Hause, in vielen Fällen kannst Du nämlich gerade absolut nichts daran ändern. Nutze die Zeit als Chance. Was wolltest Du schon immer mal lernen, machen oder in Angriff nehmen? Zuvor hieß es: wenn ich doch mehr Zeit hätte, würde ich XY machen. Diese Ausrede fällt nun weg. Wolltest Du schon immer mal eine eigene Internetseite haben? Ein Buch schreiben? Eine neue Sprache lernen? Eine Trainer-Lizenz erwerben? Den Job wechseln? Umziehen? Dir ein Finanzdenken aneignen ;-)? Nutze die frei gewordene Zeit und eigne Dir neue Fähigkeiten an. Eventuell sogar Fähigkeiten, die Dir anschließend im Berufsleben weiterhelfen oder einfach nur ein Wunsch von Deiner Bucket List wegstreichen.

Wer die Serie über Bill Gates auf Netflix gesehen hat, weiß, dass dieser Mensch einzigartig ist. Auch er nimmt sich regelmäßig und gezielt eine ganze Woche frei und zieht für diese Zeit in eine verlassene Hütte ein. Sein Gepäck besteht überwiegend aus einer Vielzahl an Büchern, die er in dieser Woche liest und sich Notizen hierzu macht. Er nennt diese Wochen „think weeks“.

Finanzdenken sportlich

Noch eine persönliche Anmerkung an dieser Stelle: Nutze die Zeit, um Dich sportlich zu betätigen. Vielen Menschen fehlt nur der Weg zur Arbeit, der Gang ins Gebäude, die Wege in andere Büros und die Kantine etc.. Aktuell darfst Du noch raus, um Dich sportlich zu betätigen. Wenn Du ängstlich bist, kannst Du auch zu Hause Sport machen. Auf YouTube gibt es unzählige Videos über Trainings für zu Hause. Du benötigst auch keine Geräte, sondern nutzt das eigene Körpergewicht für den nötigen Trainingsreiz. Yoga wird auch immer populärer und ist ebenfalls anstrengend. Also keine Ausreden, sondern machen.

Wie verhalte ich mich?

Egal wie sich die Kurse zukünftig entwickeln, ich bleibe bei meiner Strategie. Ich habe mir die Unternehmen gezielt herausgesucht, an denen ich mich durch Investitionen beteiligt habe. Bisher hat sich an deren Story nichts geändert und daher gibt es für mich keinen Handlungsbedarf. Ich lasse meine Aktien- und ETF-Sparpläne automatisch monatlich weiter laufen und das war es. Ich habe mir allerdings bei manchen Aktien einen Kursalarm gesetzt, d.h. ich erhalte auf dem Handy eine Benachrichtigung, wenn der von mir gesetzte Kurs erreicht bzw. unterschritten wird. Dann werde ich ggf. eigenständig aktiv und kaufe mittels Einmalinvestition gezielt nach. Durch den Kursrückgang vieler Aktien kann ich nun mittels Sparpläne regelmäßig günstiger kaufen und hierdurch mehr Aktienanteile erwerben, sodass sich mein Einkaufspreis senkt. Wenn die Kurse zukünftig wieder ansteigen werden, profitiere ich enorm von diesem Effekt. Dadurch das alles automatisiert abläuft, entsteht erst gar nicht das Risiko, dass ich durch meine Emotionen irrational handeln werde. Angst, Panik, Gier und Euphorie bleiben aus.

Mittlerweile haben viele Unternehmen angekündigt, die Dividende nicht zu zahlen und diese auszusetzen. In meinem Portfolio hat es bisher nur SIXT angekündigt. Meine Strategie zielt jedoch auf passives Einkommen durch Dividenden ab und daher ist diese Entwicklung gar nicht erfreulich. Allerdings ist dieser Schritt in meinen Augen notwendig, denn die Unternehmen benötigen das Geld in dieser Krisenzeit eher als die Aktionäre. Die meisten Unternehmen in meinem Portfolio sind jedoch nicht hoch verschuldet, haben immer noch einen ausreichenden Cashflow und/oder ein enormes Cashpolster. Daher bin ich zuversichtlich, dass ich immer noch eine Vielzahl an Dividendenzahlungen erhalte.

Interessant ist an dieser Stelle das Verhalten von einem Gewinnrückgang zum Dividendenrückgang. Morningstar hat hierzu vergangene Krisen analysiert und den Faktor 0,4 als maßgebend berechnet. Das bedeutet also, dass der Gewinn je Aktie mit 0,4 multipliziert werden muss und man daraufhin den vermeintlichen Dividendenrückgang erhält. Beispiel: Gewinn je Aktie bricht um 20% ein. Der Dividendenrückgang beträgt sodann „nur“ 8% (20*0,4). Ein kleiner Trost in diesen Zeiten.

Der Ausfall an Dividenden oder die nun kurzfristig nicht mehr stattfinden Erhöhungen der Dividendenauszahlungen kompensiere ich durch meine neue Einkommensquelle: Optionen. Seid diesem Februar verkaufe ich Aktienoptionen und bisher läuft es in meinen Augen auch auch ganz ordentlich. Ich habe mir zumindest noch keinen größeren Schnitzer erlaubt. In diesem Kontext beinhalten meine monatlichen Einnahmensbeiträge ab sofort auch meine Optionsaktivitäten. Zudem erhältst Du unter „Optionseinnahmen“ einen Einblick in meine Strategie und meine bisherigen Einnahmen hieraus.

Bleib Deiner Strategie treu, handle in diesen turbulenten Börsenzeiten nicht emotional und bleibe vor allem gesund und munter!